Kino

KOMMENTAR: Jahr im Hamsterrad

Ein Jahr im Hamsterrad. Hört doch allen Ernstes so auf, wie es begonnen hat. Viel wichtiger ist jedoch, was sich dazwischen getan hat.

09.12.2021 07:35 • von Jochen Müller
Thomas Schultze, Chefredakteur (Bild: Blickpunkt:Film)

Ein Jahr im Hamsterrad. Hört doch allen Ernstes so auf, wie es begonnen hat. Viel wichtiger ist jedoch, was sich dazwischen getan hat. Eine Branche, die immer wieder auch der Verzweiflung nah war, sich aber doch nie aufgegeben hat, die innovativ und tatkräftig war angesichts gewiss nicht einfacher werdender Herausforderungen. Wir bei Blickpunkt:Film haben die Branche dabei so gut unterstützt, wie wir konnten, einerseits natürlich als Chronisten, aber auch als Partner, Mitstreiter und hoffentlich auch als Motor.

Um die 230 Vertreter der Banche haben wir 2021 ausführlich zu Wort kommen lassen. Darunter 73 Regisseure (48 männlich/25 weiblich) und 59 Produzenten (39 männlich/20 weiblich), aber auch 20 Autoren/Showrunner (10 männlich/10 weiblich). Das mag bei den Autoren im Vergleich vielleicht nicht als allzu viel erscheinen. Man darf dabei aber auch nicht außer Acht lassen, dass von den 73 interviewten Regisseuren fast die Hälfte, nämlich 33 (26 Männer/7 Frauen), selbst auch als Autoren oder zumindest Mitautoren an ihren neuesten Werken beteiligt waren, womit sich die auf den Printseiten von Blickpunkt:Film im Jahr 2021 vorgestellte Autorenzahl auf insgesamt doch allemal beachtliche 53 erhöht. Dazu kommen noch einmal 42 weitere Kreative - darunter vornehmlich aus dem Berufsstand Schauspieler - in der Rubrik "7 Fragen" (16 männlich/26 weiblich). 19 Festivalmacher standen uns Rede und Antwort (11 männlich/8 weiblich). 54 Manager aus den Bereichen Kino, Streaming und Fernsehen haben uns ihre Vision geschildert und ihren Blick auf den Markt aufgezeichnet. 34 davon Männer, 20 Frauen.

178 ausführliche Besprechungen bekamen Sie in den letzten zwölf Monaten zu lesen. 73 Kinofilme, 45 Streamingproduktionen, 60 Fernsehprojekte. Im Kinobereich wären es sicherlich mehr gewesen, wenn es in den ersten sechs Monaten des Jahres mehr Kino gegeben hätte. Hier besteht übrigens ein auffälliges Männerübergewicht: Nur 30 der besprochenen Titel wurden von Frauen inszeniert.

Unbedingt festgehalten werden soll: Wir reden gerne mit allen Kreativen und Machern in den von uns in den Fokus gerückten Branchen und nehmen dabei keine Unterscheidung vor, welches Geschlecht die Gesprächspartner haben oder wo sie herkommen: Jeder und jede von ihnen hat spannende Geschichten zu erzählen oder interessante Ideen zu vermitteln. Wie wir auch völlig offen sind bei den Filmen und Serien, die wir besprechen. Und natürlich darf man niemals vergessen: Film ist Teamarbeit.

Gerade in dieser Ausgabe hält Benjamin Cleary fest, dass er seinen Schwanengesang, ein lupenreiner Autorenfilm, niemals hätte machen können, wenn nicht mit der Hilfe seines Teams. Gemeinsam macht man Filme. Gemeinsam meistert man Probleme. So soll es sein. Im Rest von 2021. Und darüber hinaus.

Thomas Schultze, Chefredakteur