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DAS WAR 2021 - Eine Branchenumfrage: Sarah Duve-Schmid, stellvertretender Vorstand der FFA

Was waren die Ereignisse, die Ihr 2021 geprägt haben? Blickpunkt:Film hört sich um und befragt Mitglieder der Kino-, Fernseh-, Festival- und Videobranche, mit welchen Schwierigkeiten sie konfrontiert waren, welche Erfolge sie feiern konnten. Hier berichtet Sarah Duve-Schmid, stellvertretender Vorstand der FFA.

09.12.2021 15:45 • von Marc Mensch
Sarah Duve-Schmid (Bild: Kay Herschelmann)

Was waren die Ereignisse, die Ihr 2021 geprägt haben? Blickpunkt:Film hört sich um und befragt Mitglieder der Kino-, Fernseh-, Festival- und Videobranche, mit welchen Schwierigkeiten sie konfrontiert waren, welche Erfolge sie feiern konnten. Hier berichtet Sarah Duve-Schmid, stellvertretender Vorstand der FFA.

"Gemeinsame Kraft entwickeln"

1. Was waren für Sie die prägenden Ereignisse in diesem Jahr?

Das Jahr 2021 war und ist geprägt von vielen großen und kleinen Ereignissen, beruflich und privat. Das größte Dauerereignis im beruflichen Bereich ist die unglaubliche Kraft der Kolleginnen und Kollegen in der FFA, die trotz aller schweren äußeren Umstände von Homeschooling bis Homeoffice alles tun, um der Branche zu helfen. Das schönste Ereignis in einer Melange aus beruflich und privat war bestimmt die Sommerberlinale-Vorführung von "Ich bin Dein Mensch": Die Filmmotive haben sich mit der Realität der Museumsinsel überschnitten, Vögel kreisten friedlich über der Leinwand und es war meine erste Wiederbegegnung mit Menschen außerhalb meiner Familie und meiner beruflichen Umgebung. Gesellschaftlich und persönlich waren die Impfungen prägend - denn wer hätte vor einem Jahr gedacht, dass es überhaupt so schnell einen Impfstoff geben würde? Prägend war schließlich auch der Satz meines kleinen Sohnes im Kino letzte Woche: "Das Schönste am Kino ist doch, wenn das Licht ausgeht und der Vorhang vom Vorhangaufmacher aufgemacht wird. Dass der Vorhang nun durch die krachende 4. Welle nur noch halb aufgemacht wird, ist sicherlich ein dramatisches Ereignis, das uns alle noch lange prägen wird.

2. Womit hatten Sie am meisten zu kämpfen?

Mit dem Internet. Ansonsten war die FFA in der glücklichen Lage, nicht kämpfen zu müssen, sondern dank der Neustart-Kultur-Programme der BKM ausschließlich helfen zu können. Kämpfen musste ich nur einmal in diesem Jahr - und zwar mit der Müdigkeit, als ich nach 15 Stunden als Wahlhelferin am 26. September immer noch einen großen Berg von Wahlzetteln zur Auszählung von mir liegen hatte.

3. Was waren Ihre persönlichen größten Erfolge?

Gesund zu bleiben. Meinen Humor zu bewahren und dass ich es geschafft habe, im Homeschooling von meinem Sohn zu lernen, wie man komplizierte Sachaufgaben löst. Einer der größten Gemeinschaftserfolge im beruflichen Kontext ist sicherlich die sehr kurzfristige Entstehung und Umsetzung der beiden Ausfallfonds, die gezeigt hat, dass Bund, Länder, Sender sowie Produzentinnen und Produzenten eine gemeinsame Kraft entwickeln können, wenn es drauf ankommt.

4. Wie schätzen Sie 2022 ein?

Ich glaube, wir haben alle gelernt, dass Einschätzungen in diesen Zeiten nur kurze Halbwertszeiten haben - dagegen aber Wünsche etwas Dauerhaftes: Ich wünsche mir für 2022 eine schnelle Erholung von der pandemischen Lage, ich wünsche mir für 2022, dass - wie im Sommer/Herbst 2021 - die Menschen in die Kinos strömen. Ich wünsche mir, dass die gesellschaftlichen Verwerfungen im Kleinen und Großen überwunden werden und wir als Gesellschaft bei allen Differenzen und Meinungsverschiedenheiten wieder mehr zusammenrücken. Wellen wünsche ich mir nur noch im Zusammenhang mit einem Strand. Für die Branche wünsche ich mir, dass sie weiterhin mit so viel Verantwortung und Durchhaltevermögen durch die immer noch bestehenden Pandemierisiken navigiert - obgleich ihr bald zwei Jahre der Arbeit unter Pandemiebedingungen schwer zugesetzt haben. Dass sie die zahlreichen Unwägbarkeiten meistert - vermutlich geleitet von der uns alle innewohnenden Sehnsucht nach der Unbeschwertheit der Vor-Corona-Zeit und der Rückkehr zu so etwas wie einer neuen, alten Normalität. Mit dem Gefühl einer Planbarkeit, mit sorglosen Begegnungen und mit einem herzlichen Handschlag statt des ewigen "Kann man mich hören?"

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