Kino

DAS WAR 2021 - Eine Branchenumfrage: Filmemacherin Eva Spreitzhofer

Was waren die Ereignisse, die Ihr 2021 geprägt haben? Blickpunkt:Film hört sich um und befragt Mitglieder der Kino-, Fernseh-, Festival- und Videobranche, mit welchen Schwierigkeiten sie konfrontiert waren, welche Erfolge sie feiern konnten. Hier berichtet die österreichische Filmemacherin Eva Spreitzhofer.

06.12.2021 13:26 • von Barbara Schuster
Eva Spreitzhofer (Bild: IMAGO / SKATA)

Was waren die Ereignisse, die Ihr 2021 geprägt haben? Blickpunkt:Film hört sich um und befragt Mitglieder der Kino-, Fernseh-, Festival- und Videobranche, mit welchen Schwierigkeiten sie konfrontiert waren, welche Erfolge sie feiern konnten. Hier berichtet die österreichische Filmemacherin Eva Spreitzhofer.

"Wir alle hatten mit den Lockdowns zu kämpfen"

1. Was waren für Sie die prägenden Ereignisse in diesem Jahr?

Mein prägendstes Ereignis des Jahres 2021 trat schon im Jahr 2020 ein. Im März 2020 bin ich an Corona erkrankt, seither ist mein Geruchs- und Geschmackssinn nicht mehr zurück gekommen und mein Leben ist nicht mehr das, was es vorher war. Ich rieche mich nicht, ich rieche meinen Freund nicht, ich rieche nicht, ob die Milch verdorben ist oder ob es brennt. Ich rieche das Meer nicht und ich schmecke nicht das Salz auf der Haut. Ich mache jeden Tag Geruchstraining und arbeite daran, dass mein Zustand sich wieder verbessert, bin aber leider nicht mehr sehr optimistisch, weil es nun schon so lange andauert.

2. Womit hatten Sie am meisten zu kämpfen?

Wie wir alle hatte auch ich natürlich unter den Lockdowns zu kämpfen, meine Eltern litten unter der Einsamkeit in ihrer Wohnung, meine beiden Töchter hatten online Vorlesungen und vermissten ihre Freundinnen und Freunde. Was aber das Schlimmste war, war zu sehen, dass wir mit der Impfung eine Möglichkeit haben, all dem ein Ende zu setzen und unsere Regierung es nicht geschafft hat, das den Menschen so zu vermitteln, dass die Menschen es verstanden haben. Wiewohl die weitaus größte Mehrheit der Bevölkerung geimpft ist, gibt es doch so viele SkeptikerInnen, dass ich diese Zeilen nun wieder aus einem neuerlichen Lockdown schreibe.

3. Was waren Ihre persönlichen größten Erfolge?

Ich drehe heuer meinen ersten Landkrimi für ORF und ZDF und arbeite nun bereits zum dritten Mal mit meiner Kamerafrau Eva Testor zusammen. Beides ist hoch beglückend und erfreulich und gerade in diesen anstrengenden Zeiten arbeiten zu dürfen, ist ein großes Glück. Außerdem gibt es nun, nach vielen Jahren der Auseinandersetzung, endlich eine Frauenquote im Österreichischen Filminstitut, die zur angestrebten demokratiepolitischen Selbstverständlichkeit beitragen soll, dass in Zukunft Frauen ähnlich gute Chancen haben werden, Filme zu machen, wie Männer.

4. Wie schätzen Sie 2022 ein?

Ich gehe davon aus, dass sich mit der Impfpflicht die epidemiologische Lage entspannt und wir wieder ein Leben ohne Lockdowns, ohne sinnlose Corona-Toten und mit deutlich weniger Long-Covid-Patient*innen führen werden. Dadurch wird sich auch die Lage der Kunstschaffenden, der Kinder und Jugendlichen und all jener, die besonders unter der Pandemie litten, entspannen.

DAS WAR 2021 - Eine Branchenumfrage: Tammo Buhren, Geschäftsführer zweiB