Kino

"Kinos haben differenzierte Lösungen verdient!"

Die AG Kino-Gilde sieht in den heutigen Beschlüssen von Bund und Ländern grundsätzlich ein Signal für mehr Planbarkeit - betrachtet die 2G-Plus-Regel aber mit Sorge. Der Verband appelliert an die Länder, diese nur "im äußersten Notfall" anzuwenden - und auch dann nach dem Vorbild Berlins, wo die Testpflicht nicht das einzig mögliche "Plus" ist.

02.12.2021 18:30 • von Marc Mensch
Christian Bräuer, Vorstandsvorsitzender der AG Kino-Gilde (Bild: David von Becker)

Eine bundesweite 2G-Regelung, die sich über zahlreiche Bereiche inklusive Einzelhandel zieht: Das ist eine Maßnahme, die die Filmtheater nach Ansicht der AG Kino-Gilde vor "große Herausforderungen" stellt, gleichzeitig aber Planungssicherheit verschafft. Leider bietet der entsprechende Beschluss der heutigen Ministerpräsidentenkonferenz aber keinen Schutz vor deutlich strengeren Auflagen, wie sie aktuell in rund einem halben Dutzend Bundesländer Realität sind. Entsprechend fokussiert sich die Stellungnahme der AG Kino-Gilde zu den Ergebnissen der jüngsten Bund-Länder-Runde vor allem auf diesen Punkt.

Deren Vorsitzender Christian Bräuer erklärte: Mit Sorge sehen wir (...) die 2Gplus Regel und die damit verbundene zusätzliche Testpflicht, die im Falle der Kinos einem Lockdown durch die Hintertür gleichkommt. Denn in vielen Regionen und selbst in größeren Städten gibt es keine Testmöglichkeiten oder sie sind stark eingeschränkt. Wir appellieren an alle Länder, die 2Gplus-Regelung für Kinos nur im äußersten Notfall anzuwenden und dergestalt auszulegen, dass der Test auch durch eine Maskenpflicht oder Abstandsregelungen ersetzt werden kann, so wie es z.B. in Berlin vorgesehen ist. Über Monate haben sich die Kinos mit vernünftigen Hygieneregeln als nachweislich sichere Kulturorte erwiesen - nun haben Sie auch differenzierte Lösungen verdient, die das tatsächliche Gefährdungspotenzial berücksichtigen und sie nicht weiter in Ihrer Existenz bedrohen."

Zugleich betonte Bräuer, dass Kinos auch unter schwierigen Bedingungen einen "wichtigen Beitrag zur kulturellen Grundversorgung" leisteten, hierfür aber dringend finanzielle Unterstützung benötigten. "Es ist elementar, dass die Überbrückungshillfe und der Sonderfonds Kultur an die neue Situation angepasst werden", so Bräuer, der sein Statement mit der Hoffnung schloss, dass nun mehr Verlässlichkeit in die Corona-Politik komme: "Insbesondere ist es wichtig, dass Veranstaltungen und große Festivals wie die Berlinale wie geplant stattfinden und damit der Film- und Kinomarkt für die nächsten Monate planen kann."

Wichtig sei für den Verband selbstverständlich auch, dass die Verleiher in dieser Situation ihre Starttermine beibehalten und den Kinos attraktives Programm zur Verfügung stellen.