Kino

"The Hand of God": Netflix verärgert italienische Kinobetreiber

Seit Mittwoch, drei Wochen vor seinem Start bei Netflix am 15. Dezember, ist Paolo Sorrentinos "The Hand of God" in den italienischen Kinos zu sehen. Dass Netflix die zur Verfügung stehende Kopienzahl kurzfristig fast halbiert hat, hat bei einigen Kinobetreibern für massiven Ärger gesorgt.

26.11.2021 15:01 • von Jochen Müller
In Italien ist eine Kontroverse um den Kinostart von "The Hand of God" entstanden (Bild: Netflix)

Mit 250 Leinwänden, auf denen Paolo Sorrentinos The Hand of God" seit Mittwoch in Italien zu sehen ist, ist der Film der bisher größte Start eines Netflix-Films in Italien - und der mit dem bisher größten Kinofenster von rund drei Wochen vor seinem Start bei dem Streamer am 15. Dezember.

Dennoch haben sich Netflix und der Verleih der italienischen Oscarhoffnung, Lucky Red, jetzt den Zorn einiger Kinobetreiber zugezogen. Wie das US-Branchenblatt "Variety" berichtet, habe Netflix die Zahl der Kopien kurzfristig von 400 auf 250 reduziert, so dass einige Kinos überraschend leer ausgegangen seien.

So erklärten beispielsweise die Betreiber des Sala degli Artisti in Fermo in der Region Marken in einer geharnischten Stellungnahme, sie hätten einen Vertrag mit Lucky Red gehabt, den Film zeigen zu können. Eine Woche vor dem geplanten Start habe Lucky Red sie dann informiert, dass Netflix entschieden habe, die Zahl der Kopien, die in Kinos gezeigt werden könnten, zu beschränken, so dass man den Start des Films in dem Kino wieder habe absagen müssen.

Andrea Occhipinti, Geschäftsführer von Lucky Red, weist derartige Vorwürfe von sich: "Wir haben keine Verträge unterzeichnet, die wir nicht einhalten können. In der von uns geplanten Releasestrategie sind wir immer von 250 Kopien ausgegangen - und das ist kein kleiner Start."

Wohl nicht für einen Netflix-Film, aber schon für einen Sorrentino-Film: so lief sein letzter, in zwei Teilen gezeigter Film Loro" 2018 in Italien auf rund 900 Leinwänden.

Lucky Red kündigte allerdings an, Kinobetreiber, die aktuell leer ausgegangen seien, im Dezember, wenn andere Kinos den Film wieder aus dem Programm nehmen, mit diesen Kopien versorgen zu wollen.

Von Netflix gab es zu dem Vorgang keine Stellungnahme.