Festival

Kinofest-Lünen-Leiterin Sonja Hofmann: "Tolle Verankerung in der Stadt"

Sonja Hofmann ist neue künstlerische Leiterin des Kinofest Lünen, dessen 31. Runde morgen startet. Über die Tradition des Festivals und die Rückkehr zu den Ursprüngen dank neuer Veranstalter erzählt sie hier.

22.11.2021 10:41 • von Barbara Schuster
Sonja Hofmann (Bild: Guido Schiefer)

Sonja Hofmann ist neue künstlerische Leiterin des Kinofest Lünen, dessen 31. Runde morgen startet. Über die Tradition des Festivals und die Rückkehr zu den Ursprüngen dank neuer Veranstalter erzählt sie hier.

Alles neu beim Kinofest Lünen: Sie sind seit diesem Jahr für das Programm verantwortlich, zudem hat die Veranstaltung neue Gesellschafter. Werden Sie seine Tradition als "Festival des deutschen Films" fortführen und was macht das Festival so besonders in Ihren Augen?

SONJA HOFMANN: Ja, diese bewährte Tradition führen wir fort und haben dem Kinofest auch den Zusatz "...feiert deutsche Filme" gegeben. Das Besondere am Kinofest Lünen ist die tolle Verankerung des Festivals in der Stadt, bei den Besucher:innen wie gleichermaßen in der Branche, die den großartigen Zuspruch des Publikums auch als Möglichkeit der Begegnung und Vernetzung sehr schätzt. Dass das Kinofest nun von den Betreibern der Cineworld selbst veranstaltet wird, ist zudem eine schöne Rückkehr zu den Ursprüngen des Festivals, das vor 31 Jahren von einem Kinobetreiber gegründet wurde.

War es ein Kraftakt, das Festival auf neue Beine zu stellen, nachdem sich der ursprüngliche Veranstalter zurückgezogen hatte?

SONJA HOFMANN: Ein Festival auf neue Beine zu stellen ist auf jeden Fall auch ein großer Kraftakt, zumal das Jahr schon vorangeschritten und der Planungsspielraum durch Corona eingeschränkt war. Wir haben uns als neues Team schnell zusammengefunden und sind sehr dankbar, dass wir zahlreiche Unterstützung erhalten haben, sowohl von Seiten der Stadt Lünen als auch von den bewährten Förderern wie der Film- und Medienstiftung NRW und der Sparkasse sowie den zahlreichen Sponsoren, die alle gemeinsam das Kinofest Lünen erst möglich machen.

Was erwartet das Publikum im Programm? Können Sie Highlights benennen?

SONJA HOFMANN: Im Wettbewerb zeigen wir Spiel- und Dokumentarfilme vor Kinostart, teils als NRW-Premiere; zudem präsentieren wir diesjährige Kino-Highlights, die noch nicht in Lünen zu sehen gewesen sind, wie die herausragenden Filme Fabian oder Der Gang vor die Hunde", Hinter den Schlagzeilen" oder Das neue Evangelium". Dieses Jahr war ein sehr starkes Jahr für den deutschen Film. Dass wir neben unserem Eröffnungsfilm "Hannes" zu nahezu allen Filmen Gäste aus Team und Cast erwarten können, freut mich ganz besonders, u.a. Natja Brunckhorst (Alles in bester Ordnung"; "Christiane F."), Nina Petri (Träume sind wie wilde Tiger"), Anna Brüggemann (Nö") oder Jörg Hartmann, Anne Ratte-Polle, Ayse Polat und zahlreiche Teammitglieder zur Vorpremiere des neuen Tatort Dortmund Masken".

Das Kinofest nimmt auch die jungen Kinofans mit und bietet eine Schiene für Kinder & Teenager. Was kann ein Festival generell für die kommende Generation leisten?

SONJA HOFMANN: Es ist uns sehr wichtig, die junge Generation für das Kino zu begeistern und mit einem abwechslungsreichen Programm abzuholen. Festivals bieten zum einen durch den besonderen "Event-Charakter" wie auch durch die Präsenz von Filmgästen und damit der Möglichkeit zum direkten Austausch mit Persönlichkeiten aus dem Produktions- und Schauspielbereich, eine besondere Gelegenheit, Aufmerksamkeit für das Kino zu generieren. Nach der langen, corona-bedingten Schließungszeit verweisen Festivals damit auf die wichtige Rolle des Kinos als Ort der filmischen Rezeption und als Erlebnisraum.

Unter welchen (Corona-)Voraussetzungen können Sie das Kinofest durchführen?

SONJA HOFMANN: Für das gemeinsame Filmerlebnis sind die Vorführungen in Präsenz im Kinoraum enorm wichtig. Hierfür investiert die Cineworld - wie generell die Filmtheater - sehr viel Mühe in die tadellose Umsetzung der Auflagen. Das Kino gilt im Vergleich zu vielen anderen Bereichen als sehr sicherer Veranstaltungsort. Alle Gäste werden sorgfältig auf ihre Nachweise überprüft (2G), im ganzen Haus herrscht Maskenpflicht; die Maske kann nur am Platz abgenommen werden. Wir beobachten die aktuelle Situation sehr genau und werden natürlich umgehend auf neue Verordnungen reagieren. Alle Gäste sollen sich bei uns sicher und wohl fühlen.