Kino

Lockdown-Pläne für Bayern verkündet

Wie erwartet will Bayern noch das alte Infektionsschutzgesetz nutzen, um einen Lockdown in Hotspots mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 1000 zu veranlassen. Doch auch im übrigen Bayern kommen massive Beschränkungen - nicht zuletzt für Kinos, die trotz einer Testpflicht auch für Geimpfte kaum noch Besucher empfangen dürfen.

19.11.2021 14:08 • von Marc Mensch
Ministerpräsident Markus Söder verkündete die Maßnahmen nach der heutigen Kabinettssitzung (Bild: IMAGO/Sven Simon)

Ministerpräsident Markus Söder hatte die harten Schritte bereits gestern angekündigt, nach der heutigen Kabinettssitzung steht nun fest, wie der Freistaat bis zunächst 15. Dezember auf die dramatischen Corona-Zahlen reagiert. Ein Datum, das natürlich nicht zufällig gewählt ist. Denn es definiert das Ende der maximalen Zeitspanne, innerhalb derer die Bundesländer noch Maßnahmen auf Basis des alten Infektionsschutzgesetzes ergreifen können - die teils deutlich weiter reichen als das, was nach der heute auch vom Bundesrat abgesegneten Gesetzesänderung möglich sein wird.

Zunächst zu den Hotspots, also Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer Sieben-Tage-Inzidenz im vierstelligen Bereich: Hier soll das öffentliche Leben weitgehend heruntergefahren werden, Kultur- und Sportstätten müssen ebenso schließen wie die Gastronomie. Letzteres wäre nach dem neuen Gesetz nicht mehr möglich. Schulen und Kitas sollen aber auch in den Hotspots geöffnet bleiben.

Aber auch jenseits der Hotspots werden einzelne Bereiche des öffentlichen Lebens geschlossen, darunter Clubs, Bars, Discos und Bordelle; auch Weihnachtsmärkte dürfen nicht stattfinden.

Kulturveranstaltungen wie Kinovorführungen bleiben außerhalb der Hotspots zwar theoretisch erlaubt, aber die Hürden werden massiv: So soll für alle Kulturveranstaltungen, Sportveranstaltungen und alle anderen Freizeiteinrichtungen und -veranstaltungen 2G Plus, also eine Testpflicht auch für Geimpfte, gelten. Söder kündigte in diesem Zusammenhang "massive Kontrollen" an.

Trotz dieser ganz erheblichen Einschränkung kommt aber zusätzlich noch eine einschneidende Kapazitätsbeschränkung: die Auslastung soll nur noch maximal 25 Prozent der möglichen Besucher betragen (was bei 2G Plus aber eher nicht das Problem sein dürfte, Anm.d.Red.). Die Gastronomie soll privilegiert bleiben, hier soll es bei 2G bleiben - allerdings mit einer Sperrstunde um 22 Uhr.

Einen Überblick über die Maßnahmen finden Sie hier, sie sollen am 23. November verkündet werden und ab 24. November in Kraft treten.

Österreich, das kommende Woche landesweit in einen Lockdown geht, hat sich zu einer allgemeinen Impfpflicht durchgerungen, die zum 1. Februar kommt.