Kino

Bayern schließt ungeimpfte Jugendliche vom Kino aus - aber nicht vom Wirtshaus

In Bayern steht die Corona-Ampel auf "Rot" - mit erheblichen Folgen unter anderem für Veranstaltungen. Zwar wurde im Rahmen der 2G-Regel für Jugendliche ab zwölf Jahren nach Kritik noch minimal nachgebessert - allerdings bleibt es dabei, dass ein negativer Test nur noch für jüngere Kinder zum Kinobesuch ausreicht. Die Gastronomie sieht sich privilegiert.

09.11.2021 15:33 • von Marc Mensch
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (Bild: IMAGO/photothek)

Mal heißt es "Alarmstufe", mal "Überlastungsstufe", mal "Rote Ampel", mitunter hat diese Ampel auch mehr als drei Farben. Und "2G" ist beileibe nicht überall "2G". Denn während man sich in Baden-Württemberg auf bestem Wege zur "Alarmstufe" befindet, wird man dort an Ausnahmen von der 2G-Regel für Schüler bzw. generell für Personen bis einschließlich 17 Jahre festhalten. In Sachsen (wo übrigens schon wieder etliche Schulen geschlossen werden mussten) befindet man sich auf bestem Weg zur "Überlastungsstufe", hier erstreckt sich die Ausnahme allerdings nur auf Schüler und Personen unter 16 Jahren (sowie natürlich wie generell üblich auf Personen, die sich nicht impfen lassen können bzw. für die noch keine Empfehlung der STIKO vorliegt).

Am strengsten handhabt es Bayern, wo seit dem gestrigen Montag die Corona-Ampel auf "Rot" steht, nachdem die Zahl der Corona-Intensivpatienten 600 überschritten hat. Hier gilt nun in vielen Bereichen die 2G-Regel, darunter auch in Kinos - und im Freistaat wird nicht länger privilegiert, für wen es eine Impfempfehlung gibt: Das bedeutet, dass ungeimpfte Jugendliche ab zwölf Jahren grundsätzlich vom Kinobesuch ausgeschlossen sind, eine "Freitestung" ist dafür nicht mehr möglich.

Irrsinnigerweise gelten ausgerechnet für die Gastronomie weniger strenge Regeln - hier greift 3G Plus, was den Besuch für Schüler*innen mit Schülerausweis und generell für Menschen mit negativem PCR-Test (aufgrund der Kosten ein eher theoretischer Punkt) weiterhin ermöglicht.

Zwar wurde die im Ländervergleich besonders strikte 2G-Regel nach heftiger Kritik noch einmal minimal angepasst, allerdings bedeutet die bis Ende des Jahres geltende Übergangsregelung nur, dass ungeimpften Schüler*innen ab zwölf Jahren die Teilnahme an Sporttrainings oder in Theatergruppen erlaubt wird - auch dies Ausnahmen, die offenbar nicht mit Blick auf das tatsächliche Ansteckungsrisiko ausgewählt wurden.

Der bayerische Kurs könnte die Kinos in den kommenden Wochen relativ hart treffen, denn von einer Rückkehr zur gelben Ampel ist in näherer Zukunft erst einmal nicht auszugehen - und nach Angaben des BR sind 60 Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen noch nicht (voll) geimpft.