Kino

Imax-Quartalsbilanz wirft Schlaglicht auf Leonberg

Imax hat seine Bilanz für das dritte Quartal 2021 veröffentlicht. Das Unternehmen spricht von einem "Wendepunkt" für das globale Kinogeschäft - und hebt die Eröffnung des Rekord-Saals in Leonberg besonders hervor.

28.10.2021 15:21 • von Marc Mensch
Seit 30. September am Start: Das Rekord-Imax in Leonberg (Bild: Lochmann FTB)

Nachdem der Auftakt des vierten Quartals die Analysten von Gower Street jüngst bewogen hatte, die globale Kinoprognose für das Gesamtjahr leicht anzuheben, sieht Imax bereits die vorangegangene Drei-Monats-Periode als klaren Wegweiser in Richtung einer Erholung der weltweiten Kinomärkte. Laut CEO Richard Gelfond sei "offensichtlich, dass die globale Filmindustrie einen Wendepunkt erreicht" habe. Der Kinofilm sei zurück - und dies drücke sich auch in der Quartalsbilanz von Imax aus.

Und tatsächlich darüber hinaus: Denn wo Imax-Einsätze schon im dritten Quartal für ein weltweites Boxoffice von 142 Mio. Dollar gestanden hätten (in etwa das Doppelte des Wertes aus dem dritten Quartal 2020), zeige vor allem die Kurve nach oben. Im September hätten die Zahlen bereits wieder Vor-Pandemie-Niveau erreicht, schon jetzt stehe fest, dass die Oktober-Zahlen die besten in der Geschichte von Imax sein würden, tatsächlich sei der Oktober 2021 auf dem besten Weg, zu einem der zehn stärksten Monate überhaupt für das Unternehmen zu werden.

Das Debüt von Dune" in den USA und China habe mit 17,8 Mio. Dollar das bislang stärkste Imax-Startwochenende und den höchsten Imax-Anteil (rund 20 Prozent) markiert, nachdem der Film bereits im dritten Quartal - neben Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings", Free Guy" und Black Widow" - mit seinen Einsätzen in anderen Märkten zu den erfolgreichsten Imax-Filmen gezählt habe.

Einschränken muss man natürlich, dass der Vergleich insoweit hinkt, als der Imax-Fußabdruck in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen ist - auch während der Pandemie. Und tatsächlich sind es zwei Projekte, die Imax in seiner Quartalsbilanz als besondere Highlights hervorhebt: Ein neuer Flaggschiff-Saal im Cineum in Cannes - und die Eröffnung der weltgrößten Imax-Leinwand im baden-württembergischen Leonberg als Teil einer aufwändigen Erweiterung des dortigen Traumpalast.

Unter dem Strich konnte Imax seinen Quartalumsatz gegenüber dem Vorjahr um 51,9 Prozent auf 56,6 Mio. Dollar steigern, die Bruttoerlöse stiegen um 617,9 Prozent auf 27,5 Mio. Dollar. Die Nettoverluste sanken gegenüber dem Vorjahresquartal drastisch, von 47,2 auf nur noch 8,4 Mio. Dollar. Imax verfügte Ende September über liquide Mittel in Höhe von 193 Mio. Dollar, gegenüber Verbindlichkeiten von 241 Mio. Dollar, das Unternehmen nutzte den Aufschwung im dritten Quartal, um Anteile im Wert von 4,6 Mio. zurückzukaufen, Imax China kaufte zusätzlich Anteile im Wert von fünf Mio. Dollar zurück.

Noch ein Wort zum Ausblick, den Imax in der Bilanz aufstellt: Das Unternehmen sieht sich nicht zuletzt dafür aufgestellt, von Entwicklungen wie einer zunehmend auf Tentpole-Releases fokussierten Verleihstrategie (wie man sie unter anderem auch in der US-Slate von Warner für 2022 ablesen kann) und einem 45-Tage-Fenster zu profitieren. Imax erwartet von letzterer Veränderung eine "komprimierte Nachfrage", offenbar also höhere Auslastung pro Film bei gleichzeitig schnellerem Programmwechsel.