Produktion

"Technische Betriebe sind die entscheidenden Treiber"

Der VTFF hat seine Unterstützung der großangelegten Nachhaltigkeitsinitiative bekräftigt - und dabei gleichzeitig die Forderung nach einer gezielten Investitionsförderung für die Umstellung auf nachhaltige Technologien erneuert. Ohne die technischen Betriebe seien die Ziele der Branche nicht zu erreichen.

26.10.2021 12:55 • von Marc Mensch
VTFF-Geschäftsführer Achim Rohnke (Bild: Bavaria Film)

Dass mit seiner Unterstützung der neuen Nachhaltigkeitsinitiative zahlreicher Unternehmen und Institutionen aus der Film-, TV- und Streamingbranche die "feste Erwartung" verbunden ist, dass die dafür erforderlichen technischen Investitionen und technologischen Innovationen durch geeignete öffentliche Förderprogramme unterstützt werden, hatte der Verband Technischer Betriebe für Film & Fernsehen (VTFF) bereits klar in der Mitteilung des Arbeitskreises "Green Shooting" zum Ausdruck bringen lassen. Nun bekräftigte man die Unterstützung der Selbstverpflichtung zu klimaschonenden Produktionsweisen - und untermauerte die Forderung nach einer Reform und einem Ausbau der bisherigen Förderstrukturen.

"Wir stehen inmitten eines ökologischen Transformationsprozesses und setzen uns im Rahmen der Initiative 'Green Shooting' für ökologische Mindeststandards ein. Diese neuen Rahmenbedingungen müssen Bund und Länder bei ihren Wirtschaftsförderprogrammen künftig berücksichtigen", erläutert VTFF-Geschäftsführer Achim Rohnke. Eine Förderung, die ökologische Aspekte berücksichtige, müsse demnach schneller, einfacher und vor allem branchenspezifischer gestaltet sein.

Laut dem VTFF betreffe die Umstellung auf nachhaltige Produktionsweisen die technisch-kreativen Dienstleister in besonderer Weise. Als Serviceunternehmen seien sie für die technische Umsetzung der Film- und TV-Produktionen sowie die Postproduktion zuständig. Sie müssten demnach einen Großteil der Investitionen tragen - "angefangen beim Umstieg von Dieselgeneratoren auf Gas- bzw. Hybridgeneratoren oder mobile Stromspeichersysteme über die Umrüstung auf LED-Scheinwerfer bis zur Umstellung von Fuhrparks und Ü-Wagen auf E-Mobilität oder alternative Antriebe", so der Verband.

Bestehende Förderprogramme reichten laut VTFF nicht aus, um Investitionen in diesem Ausmaß zu unterstützen, insbesondere seien diese Programme "zu unspezifisch, zu bürokratisch, langwierig und aufwendig". Verschärft werde die Situation durch die Folgen der Pandemie, die zu geringeren Eigenkapitalquoten bei den Unternehmen geführt habe.

Die Forderung des VTFF richtet sich an Bund und Länder gleichermaßen, insbesondere seien auf Ebene des Bundes die Ministerien für Umwelt, Wirtschaft und Finanzen gefordert, um Rahmenbedingungen zu schaffen, die den nachhaltigen Kurs ermöglichten. Zudem müssten die KfW-Bank sowie die regionalen Förderbanken der Länder maßgeschneiderte Darlehensprogramme und Unterstützungshilfen auf den Weg bringen. Als ein Referenzbeispiel nennt Rohnke hierbei das KfW-Programm zum Aufbau von Wallboxen für E-Autos hervor.

"Wir gehen den Weg zum Green Shooting aus voller Überzeugung mit", schließt Rohnke - die Investments in die Nachhaltigkeit von Film- und TV-Produktionen seien nicht nur ökologisch erforderlich, sondern auch ökonomisch sinnvoll. "Die technischen Betriebe sind die entscheidenden Treiber bei der Transformation zu mehr Nachhaltigkeit in der Film- und Fernsehindustrie. Ohne sie ist das Erreichen der ökologischen Ziele in der Branche nicht zu stemmen." Ihre Förderung sei daher eine Investition in die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Film- und Fernsehstandortes.