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Discovery-CFO Wiedenfels über "bestes Inhalte-Portfolio der Welt"

Der Discovery-CFO Gunnar Wiedenfels ist der Keynote-Speaker der Medientage München. Er sprach über die Vorteile der Fusion mit WarnerMedia, die damit verbundenen Kosten und auch über die Streaming-Plattform Joyn.

25.10.2021 15:21 • von Michael Müller
Chief Financial Officer Discovery: Gunnar Wiedenfels (Bild: Medientage München 2021)

Als "Meister der Synergien" wurde der Chief Financial Officer Discovery, Gunnar Wiedenfels, am Montagnachmittag auf den Medientagen München angekündigt. Eine klare Anspielung auf die Fusion, die gerade zwischen seinem Unternehmen und WarnerMedia auf einer globalen Ebene umgesetzt wird. "Mir fällt kein guter Grund ein, warum dieser Merger nicht durchgehen sollte", sagte er nach seiner Keynote im kurzen Gespräch mit Moderator Ingo Zamperoni zur Eröffnung der Medientage, die bis Freitag laufen werden.

Wiedenfels, der vor seinem Discovery-Posten zehn Jahre lang für ProSiebenSat1 arbeitete, sieht nur Vorteile bei der Fusion. "Wir schaffen hier ein neues Unternehmen von wahnsinnigem Ausmaß", sagte er über die 41 Milliarden Dollar Umsatz, die Discovery und WarnerMedia in diesem Jahr schon zusammenbekommen haben, ohne unter einem Dach zu sein. 2023 seien dann als ein Unternehmen bereits 50 Milliarden Dollar Umsatz anvisiert. "Wir werden insgesamt 43 Milliarden Dollar neue Schulden aufnehmen, aber das haben wir sehr gut durchgerechnet", sagte Wiedenfels.

Der CFO von Discovery sieht eine klare strategische Perspektive im Markt: "In der Branche gibt es den Konsens, dass viele Teilnehmer allein zu klein sind." Discovery und WarnerMedia ergänzten sich so gut, weil sie perfekt zusammenpassende Genreschwerpunkte hätten. Auf der einen Seite Discovery mit den non-fiktionalen Stärken und der Sport-Kompetenz, auf der anderen Seite WarnerMedia mit seinen Fiction-Leuchttürmen wie "Friends", "Batman" oder Sex and the City". Es sei nach seinem Dafürhalten einfach das "beste Inhalte-Portfolio der Welt".

Von deutscher Seite genau hingehört wurde beim Thema Joyn, der gemeinsamen Streaming-Plattform von ProSiebenSat.1 und Discovery, weil bekanntlich in gar nicht mehr so ferner Zukunft auch HBO Max nach Deutschland kommen und das dann ein direkter Konkurrent von Joyn sein wird. "Wir werden uns in den nächsten Monaten sehr genau anschauen, wie wir diese Strategie in Deutschland weiterentwickeln", sagte Wiedenfels über Joyn. Er könne zur Streaming-Plattform heute noch keine klare Aussage geben. "Aber in der Tat müssen sich stärker lokal fokussierte Anbieter sehr genau überlegen, wo die 'georgraphische Nische' ist und was die Partnerschaftsmodelle sein können, um im Wettbewerb bestehen zu können."

Discovery sei sehr gut durch die Pandemie gekommen. "Wir haben es besser geschafft als andere Wettbewerber durchgehend weiter zu produzieren, auch weil wir viele non-fiktionale Formate machen." Als Alleinstellungsmerkmal hob Wiedenfels heraus, dass im Gegensatz zu anderen Unternehmen nahezu alle Inhalte zu 100 Prozent Discovery gehörten. Auch sei ein Vorteil von Discovery, nicht an Pakete oder Geräte gebunden zu sein, und die beiden Unternehmen mit der Fusion ihre "Premium-Marken-Portfolios" zusammenführen werden. Wiedenfels lobte Susanne Aigner und ihr Münchner Discovery-Team. "Wir investieren hier auch in das lokale Geschäft", sagte er und betonte den Kauf von dem Sender Tele 5 und das Programm Home & Garden. Das eröffne uns tolle Möglichkeiten in der Vermarktung.