Produktion

Branchenübergreifendes Bündnis für grünere Produktionen

Deutsche Sender, Streaming-Anbieter, Produktionsunternehmen und Filmförderungen haben sich mit einer Selbstverpflichtungserklärung für deutlich mehr Klimaschutz am Set zusammengetan. "Green Motion" heißt das Label, für das es genaue Kriterien zu erfüllen gibt.

22.10.2021 09:13 • von Michael Müller
Thomas D. am Set von "Wissen vor acht" (Bild: ARD/Bavaria Entertainment/Melanie Grande)

Für freiwillig nachhaltiges Drehen hat sich die deutsche TV- und Filmbranche im "Green Motion"-Projekt zusammengeschlossen. Die Selbstverpflichtungserklärung zum Klimaschutz besagt, dass ab kommenden Januar der CO2-Ausstoß von Produktionen durch Mindeststandards stark reduziert werden soll. Dabei sind eigentlich alle großen Marktteilnehmer wie die öffentlich-rechtlichen Sender, die Degeto, ProSiebenSat1, RTL Deutschland, Sky und Netflix sowie die großen Produktionshäuser Constantin, UFA, Studio Hamburg, Bavaria Film oder Ziegler Film. Zum großen Zusammenschluss kommen die Filmförderungen, die Produzentenallianz und weitere Berufsverbände.

Bei den Mindeststandards gibt es für die Produktionen 21 Muss-Vorgaben wie zum Beispiel den Einsatz von LED-Scheinwerfern am Set, den Verzicht auf Kurzstreckenflüge und Dieselgeneratoren, die mindestens einmalige vegetarische Verköstigung in der Woche am Set und ein Verbot von Wegwerf-Geschirr. Um als grüne Produktion zu gelten und sich mit dem "Green Motion"-Label zu schmücken, müssen 18 der 21 Punkte erfüllt sein. Zudem gibt es auch weitere Soll-Vorgaben, welche die Produktion noch grüner werden lassen.

Der seitens der Produktionsfirma einzureichende Abschlussbericht für das Label wird von dem Förderer, Sender oder VoD-Dienst, der an der Produktion beteiligt ist, geprüft. Diese können die Prüfung alternativ auch an eine externe Prüfstelle delegieren, die der Arbeitskreis bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC hat einrichten lassen. Alle genehmigten Abschlussberichte werden bei der Prüfstelle für statistische Zwecke hinterlegt.

Der Sprecher und Leiter des Projekt-Arbeitskreises, MFG-Geschäftsführer Carl Bergengruen, kommentiert: "Die ökologischen Mindeststandards und das Label 'Green Motion' sind ein starkes, freiwilliges Bekenntnis der deutschen Film-, TV- und VoD-Branche zu mehr Klimaschutz. Unsere in der Branche entwickelten Vorgaben sind ambitioniert und zugleich in der Praxis umsetzbar. Dies ist ein erster, wichtiger Schritt, verbunden mit dem Ziel, die ökologischen Mindeststandards kontinuierlich weiterzuentwickeln. Außerdem wollen wir weitere Partner für diese Initiative gewinnen. Deutschland braucht einen gemeinsamen ökologischen Standard für alle seine Film-, TV- und VoD-Produktionen."

Die ökologischen Mindeststandards wurden vom Arbeitskreis "Green Shooting" gemeinsam mit dem Film- und TV-Nachhaltigkeitsexperten Philip Gassmann, der Filmschaffenden-Initiative "Changemakers.film", dem Klimaforscher Dirk Notz und dem Umweltwissenschaftler Nils König entwickelt.