Kino

EFA zeichnet Steve McQueen für innovatives Storytelling aus

Im Rahmen der Verleihung der European Film Awards wird der britische Regisseur Steve McQueen für seine Miniserie "Small Axe" mit dem im vergangenen Jahr eingeführten "Award for Innovative Storytelling" ausgezeichnet.

19.10.2021 15:19 • von Jochen Müller
Steve McQueen am Set von "Small Axe" (Bild: Small Axe Films/BBC/Des Willie)

Die European Film Academy (EFA) zeichnet Steve McQueen für seine Miniserie Small Axe" mit dem "Award for Innovative Storytelling" aus. Wie die EFA jetzt bekannt gab, wird der britische Regisseur diese erst 2020 eingeführte Auszeichnung als Ehrengast der European Film Awards am 11. Dezember persönlich entgegen nehmen.

"Steve McQueens 'Small Axe' bietet einen einzigartigen und aufschlussreichen Blick auf die afro-karibische postkoloniale Entwicklung in Europa. Mit seinem erzählerisch vielfältigen, thematisch verflochtenen, subtil inszenierten Epos rückt er eine westindische Gemeinschaft von Mitte der 1960er bis in die 80er Jahre ins Rampenlicht und erzwingt auf brillante Art eine Abrechnung mit dem Rassismus und der systemischen Diskriminierung der Zeit, die sich längst überfällig anfühlt, und die seine Charaktere dazu drängt, auf eine Weise zu handeln, die so unterschiedlich ist wie ihre Umstände. Das Thema betrifft uns alle. Auf die eine oder andere Weise. Wir sind stolz darauf, Steve McQueen mit diesem außergewöhnlichen Kunstwerk wieder inmitten der European Film Academy zu haben", ," erklärt der EFA-Vorsitzende Mike Downey.

EFA-Geschäftsführer Matthijs Wouter Knol betont: "'Small Axe' füllt eine Lücke im Erzählmuster des europäischen Kinos. Dies und seine herausragende Qualität ist ein Grund, Steve McQueen diese Auszeichnung zu verleihen. Das europäische Kino ist für und von uns allen, und die Geschichten sollten zunehmend auch uns alle zeigen. Die Academy hofft, das 'Small Axe' andere Filmemacher dazu inspirieren wird, Menschen sichtbar zu machen, die wir noch nicht gesehen haben und Geschichten zu erzählen, von denen wir noch nicht gehört haben trotz eines ganzen Jahrhunderts europäischen Kinos. Nur so wird der europäische Film wirklich nachhallen und alle konsequent miteinbeziehen. Nur so wird er seine Kraft behalten, die Menschen zu verstehen und zu vereinen, was so dringend notwendig ist."

Bei seiner Premiere im vergangenen Jahr war "Award for Innovative Storytelling" an den britischen Regisseur Mark Cousins für seine 14-stündige Dokumentarfilmproduktion "Women Make Film: A New Road Movie Through Cinema" gegangen (wir berichteten).