Produktion

Manuel Bickenbach zu "Das schwarze Quadrat": "Wie ein Knallbonbon"

"Das schwarze Quadrat" eröffnet morgen die Hofer Filmtage. Wir sprachen mit Produzent Manuel Bickenbach über den Film und Frisbeefilms, die vor 15 Jahren mit "Nimmermeer" in Hof einen ihrer ersten Erfolge feierte.

25.10.2021 12:58 • von Heike Angermaier
Manuel Bickenbach, Gründer und Produzent von Frisbeefilms (Bild: Gordon A. Timpen)

Das schwarze Quadrat" eröffnet morgen die Hofer Filmtage. Wir sprachen mit Produzent Manuel Bickenbach über den Film und Frisbeefilms, die vor 15 Jahren mit Nimmermeer" in Hof einen ihrer ersten Erfolge feierte.

Wie ist es für Sie nach Hof zurückzukehren - und dann gleich mit dem Eröffnungsfilm?

MANUEL BICKENBACH: Wunderbar! Für unseren Film "Nimmermeer" bedeuteten die 40. Hofer Filmtage einen sehr glücklichen Startpunkt. Er wurde gleich mit zwei Preisen bedacht, dem Förderpreis für die Produktion und den Eastman Förderpreis für die Regie. Die Reise führte uns bis nach Los Angeles, wo der Film den Studenten-Oscar gewann. Der Erfolg von "Nimmermeer" und vorher von Katze im Sack" legte den Grundstein für unsere Firma Frisbeefilms.

15 Jahre später wieder mit einem Film vertreten zu sein und sogar eröffnen zu dürfen, ist ein gutes Omen und natürlich eine große Ehre auch im Gedenken an Heinz Badewitz. Wir sind Thorsten Schaumann sehr dankbar, dass er unsere turbulente Kunstfälscherkomödie eingeladen hat. Für uns ist es auch ein Fest, wieder mit Bernhard Schütz und Jacob Matschenz aus "Das System" auf die Reise zu gehen und unserem restlichen tollen Ensemble um Sandra Hüller sowie auch wieder mit Kameramann Felix Novo de Oliveira, der bereits schon bei "Nimmermeer" mit an Bord war.

Sie mussten die Produktion wegen Corona unterbrechen. Wie haben Sie sie trotzdem gewuppt?

MANUEL BICKENBACH: Es war als würden wir zwei Drehs stemmen. Nachdem wir den Großteil des Filmes im Frühjahr 2020 bereits im Kasten hatten, haben wir im Sommer an unseren Dreh in Hamburg angeknüpft. Da über 90 Prozent unseres Teams zurückkehrte, waren wir bestens eingespielt und konnten den ursprünglichen Drehplan trotz aller Widrigkeiten einhalten. Glücklicherweise konnten wir auch Corona-Nachförderungen in Anspruch nehmen. Entstanden ist ein Kinoerlebnis wie ein Knallbonbon mit sehr besonderem Humor, aus dem man beschwingt entlassen wird. Peter Meister sieht seinen Film in der Tradition von Billy Wilders Manche mögen's heiß". Ich finde, dass Bernhard Schütz tatsächlich etwas von Peter Sellers hat, man verliebt sich in die Verschrobenheit seiner Figur. "Der rosarote Panther" trifft auf Burn After Reading". Ein rasantes Katz- und Maus Spiel im Bauch eines Kreuzfahrtschiffs.

Wie kam das Projekt eigentlich zustande? Es ist die erste Zusammenarbeit mit Peter Meister.

MANUEL BICKENBACH: Ich habe Peter bei der Drehbuchwerkstatt in München kennengelernt. bei der er den Tankred-Dorst-Preis für sein Drehbuch gewann. Wir verstanden uns auf Anhieb und entwickelten eine gemeinsame Vision für die Umsetzung. Mit dem Rückenwind der Auszeichnung fanden wir schnell Senderpartner mit ZDF - Kleines Fernsehspiel und Arte. HessenFilm, MOIN, Nordmedia und DFFF förderten. Ich bin auch sehr froh, mit Jan Krüger von Port au Prince zusammenzuarbeiten, der die Begeisterung für "Das schwarze Quadrat" teilt und der mit Systemsprenger" einem Debüt zu großem Erfolg verholfen hat.

Wie waren die Reaktionen bei der Präsentation bei der Filmkunstmesse?

MANUEL BICKENBACH: Sehr gut, ich hatte das Gefühl, dass aktuell viele Kinobetreiber dankbar für Komödien sind. Die laufen gerade in der jetzigen Situation tendenziell besser als selbst hochkarätige, ernstere Arthousestoffe. Wir hoffen, dass unser Film nun bei seinem bundesweiten Start am 25. November aus der Masse der Neulinge im Kampf um die Kinoleinwände heraussticht. Nach der Corona Zeit ist es der richtige Film, um im Kino einmal abzuspannen, die Sorgen zu vergessen und herzlich zu lachen.

Wie geht es bei Frisbeefilms weiter? Bisher produzierten Sie ausschließlich Filme.

MANUEL BICKENBACH: Wir sind immer auf der Suche nach Stoffen, die sich etwas trauen und dabei das Publikum nicht aus den Augen verlieren. Wir sehen natürlich auch die Tendenz zum seriellen Erzählen und haben uns entsprechend breiter aufgestellt und neben unseren neuen Kinofilmen auch spannende Serienstoffe in Vorbereitung. Die enormen Veränderungen im Markt sind eine große Herausforderung, aber auch eine Chance die wir nutzen wollen.

Das Interview führte Heike Angermaier