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Gerd Ruge mit 93 Jahren verstorben

Gerd Ruge gehörte zu den Gründern der bis heute bedeutenden ARD-Sendung "Weltspiegel". Der vor allem durch seine Dokumentarfilme und Korrespondenten-Tätigkeiten im Ersten bekannte Journalist ist nun gestorben.

18.10.2021 13:27 • von Michael Müller
Gerd Ruge ist aus dem Leben geschieden (Bild: ARD)

Der Fernsehjournalist und Dokumentarfilmer Gerd Ruge ist am vergangenen Freitag im Alter von 93 Jahren gestorben. Der 1928 in Hamburg geborene Journalist ist vor allem für seine Arbeit bei der ARD bekannt, ob als Korrespondent und Studioleiter oder als Mitentwickler des beliebten Reportage-Magazins "Weltspiegel".

Seine berufliche Laufbahn begann er 1949 beim damaligen Nordwestdeutschen Rundfunk (NWDR) in Köln. 1956 ging er als erster ständiger Korrespondent für die ARD nach Moskau. 1963 entwickelte er mit dem Journalisten Klaus Bölling die ARD-Sendung "Weltspiegel". Bis 1969 war Ruge Amerika- und Washington-Korrespondent der ARD und kehrte dann als ARD-Chefkorrespondent und Leiter des WDR-Studios zurück nach Bonn.

1973 bis 1976 war Ruge Korrespondent der Tageszeitung "Die Welt" in Peking, wurde 1977 für den WDR ARD-Hörfunkkorrespondent in Moskau und ab 1981 WDR-Fernseh-Sonderkorrespondent. Gerd Ruge leitete u.a. die Redaktionen "Monitor" und "Weltspiegel" im WDR sowie die Programmgruppe Ausland. 1987 ging er als ARD-Korrespondent und Studioleiter zurück nach Moskau, wo er bis zum Ruhestand 1993 arbeitete.

Dem Bildschirm verbunden blieb Ruge durch seine Reisereportagen "Gerd Ruge unterwegs" und die Moderation der 3sat-Talkrunde "NeunzehnZehn". Von 1997 bis 2001 leitete er den Bereich Fernsehjournalismus an der Hochschule für Fernsehen und Film in München. 1999 wurde er Präsident der Jury des "Prix International des Correspondants de Guerre". Ruge war Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes und erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, u.a. drei Adolf-Grimme- Preise, den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis sowie 2014 den Ehrenpreis der Stifter des Deutschen Fernsehpreises.

Ruge war auch Schirmherr des nach ihm benannten Stipendiums, das in diesem Jahr zum 20. Mal von der Film- und Medienstiftung NRW vergeben wurde und mit dem mittlerweile 53 Dokumentarfilm-Projekte realisiert werden konnten. Es ist auf 100.000 Euro dotiert.

Die Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW, Petra Müller, sagte: "Die Nachricht vom Tod Gerd Ruges hat uns sehr getroffen. Fernsehjournalist der ersten Stunde, konnte er am Ende seiner aktiven Zeit auf mehr als 60 Jahre Auslandsberichterstattung für ARD und WDR zurückblicken. All seine Erfahrung und seine Leidenschaft, Urteilsvermögen und seine Neugierde hat er 20 Jahre lang in die Vergabe des Gerd Ruge Stipendiums eingebracht. Es war uns eine große Ehre und Freude, mit ihm zusammenzuarbeiten."

Mit dieser Förderung für den jungen Dokumentarfilm werde auch künftig das Gedenken an einen wunderbaren Menschen, Journalisten und Dokumentarfilmer verbunden sein.