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Doppelter Cannes-Triumph für "Ferdinand von Schirach - Glauben"

Die deutsche Miniserie "Ferdinand von Schirach - Glauben" von Moovie und RTL Deutschland gehört zu den großen Gewinnern des prestigeträchtigen Canneseries-Wettbewerbs.

14.10.2021 08:02 • von Michael Müller
Peter Kurth (l.) und Narges Rashidi in "Ferdinand von Schirach - Glauben" (Bild: TVNOW/Stephan Rabold)

Am Mittwochabend ist die von Moovie produzierte Miniserie "Ferdinand von Schirach - Glauben" von RTL Deutschland mit zwei der Hauptpreisen beim renommierten Serienfestival Canneseries ausgezeichnet worden. Sowohl der Dior Grand Prize als auch der Preis für das beste Drehbuch gingen an das deutsche Format. Als beste Serie wurde das finnische Format "Mister 8" prämiert.

"Ferdinand von Schirach - Glauben" ist ein fiktionales Highlight, mit dem das Rebranding des Streamingdienstes TVNow in RTL+ am 4. November begangen wird. Später ist die Miniserie dann auch bei Vox im Free-TV zu sehen. Das siebenteilige Format, bei dem erstmals der Bestseller-Autor Ferdinand von Schirach selbst die Drehbücher schrieb, handelt vom Justizskandal der sogenannten "Wormser Prozesse", die aus den 1990er-Jahren in die Jetzt-Zeit verlegt wurden.

Zur Handlung: Ein Kinderarzt diagnostiziert in der westdeutsche Kleinstadt Ottern bei einem Mädchen körperliche Spuren einer Vergewaltigung und bringt damit einem Missbrauchsprozess ins Rollen. Kurz nach der Aufnahme der Ermittlungen durch Hauptkommissarin Laubach (Désirée Nosbusch) in dem mutmaßlichen Verbrechen wird in den Sozialen Medien bereits die Forderung nach der Wiedereinführung der Todesstrafe für Kinderschänder laut. Staatsanwalt Cordelis (Sebastian Urzendowsky) erhebt in drei Prozessen Anklage gegen 26 Bewohner der Kleinstadt. Die Männer und Frauen werden beschuldigt, einen Kinderpornografie-Ring betrieben zu haben. Peter Kurth spielt den alkoholkranken Strafverteidiger Schlesinger.

Produzent der Serie bei Moovie ist Jan Ehlert, Executive Producer ist Oliver Berben. Seitens TVNow und Vox übernahm Brigitte Kohnert die Redaktion unter der Leitung von Frauke Neeb und Hauke Bartel. Regie führt Daniel Prochaska.

Der Publikumspreis des Canneseries-Wettbewerbs ging an das serbische Format "Awake".