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Hamburger Produzentenpreis für "Niemand ist bei den Kälbern"

Bei den hochdotierten Hamburger Produzentenpreisen wurden die Leistungen von Weydemann Bros., Made in Germany Filmproduktion und Fandango Film gewürdigt. Festivalleiter Albert Wiederspiel zog ein positives Fazit für seine 29. Festivalausgabe, die sich noch mit einer Sitzplatzkapazität von 50 Prozent konfrontiert sah. Für die 30. Jubiläumsrunde wünscht er sich "ein 100-prozentiges Festival ganz ohne Platzbeschränkungen und ohne Masken".

11.10.2021 07:54 • von Barbara Schuster
Jonas Weydemann, Producern Jennifer Müller von der Haegen, Jakob Weydemann (Bild: Heike Blenk )

Bei den am 8. Oktober vergebenen, mit je 25.000 Euro hochdotierten Hamburger Produzentenpreisen im Rahmen von Filmfest Hamburg, gewannen Jonas Weydemann und Jakob Weydemann von Weydemann Bros. für Niemand ist bei den Kälbern" von Sabrina Sarabi in der Kategorie "Deutsche Kinoproduktion". Im Bereich "Internationale Kino-Koproduktion" setzte sich die deutsche Produzentin Melanie Andernach von Made in Germany Filmproduktion für Lingui" von Mahamat-Saleh Haroun durch, eine internationale Koproduktion mit Frankreich, Belgien, Deutschland und dem Tschad. Eine lobende Erwähnung sprach die Jury für die internationale Koproduktion Der Fremde" aus (Regie: Ameer Fakher Eldin, Deutsche Koproduzentin: Dorothe Beinemeier, Red Balloon Film). Die Preisgelder für beide Kategorien in Höhe von 50.000 Euro werden von der Behörde für Kultur und Medien finanziert.

Gewinner des Hamburger Produzentenpreises "Deutsche Fernsehproduktion" ist der Produzent Jürgen Schuster (Fandango Film) für Schlaflos in Portugal" (Regie: Florian Froschmayer, Drehbuch: Sathyan Ramesh) Das Preisgeld für diese Auszeichnung in Höhe von 25.000 Euro wird von der Verwertungsgesellschaft der Film- und Fernsehproduzenten (VFF) gestiftet. Erstmals hat die VFF einen Sonderpreis für serielle Formate ausgelobt, der mit einer Dotierung in Höhe von 5000 Euro ausgestattet ist. Er ging an die Produzenten Ulf Israel und Reik Möller für "Warten auf'n Bus". Johannes Kreile, VFF-Geschäftsführer, freute sich: "Wir freuen uns über die Auszeichnung der Produktionsfirma Fandango Film. Die VFF als Verwertungsgesellschaft, die das Leistungsschutzrecht der Produzenten und der Sender wahrnimmt, will damit die produzentische Leistung bei der Herstellung von Filmen würdigen und dem Preisträger mit dem Preisgeld ermöglichen, in neue Projekte zu investieren."

Überreicht wurden die Hamburger Produzentenpreis von Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda. Er sagte:"Mit dem Hamburger Produzentenpreis würdigt die Stadt den Mut, die Risikobereitschaft und die herausragenden Leistungen der Produzentenlandschaft. Wir wollen damit insbesondere auch den unabhängigen Produzentinnen und Produzenten den Rücken stärken, die in den vergangenen Monaten mit Gestaltungswillen und Verantwortungsbewusstsein der Corona-Pandemie getrotzt haben. Die Jury hat auch dieses Jahr wieder beeindruckende Produktionen ausgezeichnet, die deutlich machen, mit welcher Kraft der Film uns gesellschaftlich relevante Themen nahebringen kann. Es ist auch den ausgezeichneten Produktionen ganz maßgeblich zu verdanken, dass wir dieses Jahr wieder im Rahmen von Filmfest Hamburg ein so vielfältiges und beeindruckendes Kinoprogramm erleben dürfen."

Für das 29. Filmfest Hamburg zieht Festivalchef Albert Wiederspiel eine positive Bilanz: 24.859 Besucher haben nach Festivalangaben die Filme im Kino gesehen, das entspricht mehr als der Hälfte der Besucherzahl von 2019 (45.000). Bei einer Sitzplatzkapazität von 50 Prozent in den jeweiligen fünf Festivalkinos mit Schachbrett-Platzierung lag die Auslastung der Kinosäle im Schnitt bei knapp 90 Prozent. "Das freut uns sehr und beweist einmal mehr wie kino-, film- und festivalbegeistert das Hamburger Publikum ist und wir sehr sich alle nach Livekultur sehnen. Mein Wunsch für die Jubiläumsausgabe von Filmfest Hamburg 2022 ist ein 100-prozentiges Festival ganz ohne Platzbeschränkungen und ohne Masken mit noch mehr Besucher·innen und vielen Gästen und Partys", so Albert Wiederspiel in seinem Abschluss-Statement zur Preisverleihung am 9. Oktober.

Bei der Preisgala gewann Elie Grappe für Olga" den mit 10.000 Euro dotierten Sichtwechsel Filmpreis. Der mit 5000 Euro dotierte Preis "Der Politische Film" der Friedrich-Ebert-Stiftung ging an die Regisseurin Teodora Ana Mihai für ihren Film La Civil". Hive" von Blerta Basholli erhielt den mit 5000 Euro dotierten NDR-Nachwuchspreis, der für Langfilmdebüts oder zweite Regiearbeiten gedacht ist. Jacques Audiards Wo in Paris die Sonne aufgeht", der gleichzeitig Abschlussfilm des 29. Filmfest Hamburg war, gewann den Art Cinema Award, der ebenfalls mit 5000 Euro ausgestattet ist. Vortex" von Gaspar Noé holte sich den Preis der Filmkritik und das Hamburg Publikum kürte "Little Palestine, Diary of a Siege" von Abdallah Al-Khatib mit dem Commerzbank-Publikumspreis.