Kino

"Schachnovelle" gewinnt Gilde-Filmpreis

Philipp Stölzls jüngster Film kann seinen Kinostart mit der traditionsreichen Auszeichnung der Filmkunsttheater im Rücken angehen. In der internationalen Kategorie gibt es gleich zwei Gewinner, die beide maßgeblich für den Schwung verantwortlich waren, mit dem die Programmkinos aus dem Lockdown kamen.

23.09.2021 21:03 • von Marc Mensch
"Schachnovelle" wurde als bester nationaler Film ausgezeichnet (Bild: Studiocanal)

Wie gut die Programmkinos im Schnitt aus dem Lockdown kamen, war bei der Filmkunstmesse Leipzig unter anderem mit aktuellen Zahlen der FFA belegt worden. Maßgeblich mitverantwortlich für die Rückkehr des Publikums zeichneten dabei die Dramen Nomadland" und Der Rausch", die zum feierlichen Höhepunkt der Veranstaltung, der traditionsreichen Verleihung der Gilde-Filmpreise, ex aequo als beste internationale Filme geehrt wurden.

Der Preis für den besten nationalen Film hätte unterdessen kaum zu einer besseren Zeit kommen können, als just exakt zum Start der Bestselleradaption "Schachnovelle" von Philipp Stölzl. Und auch wenn die Ära Merkel nach 16 Jahren endet - wenigstens auf der Leinwand ist sie mit "Die Unbeugsamen" hoffentlich noch eine ganze Weile präsent. Das Werk wurde als bester Dokumentarfilm geehrt.

Dass der Pflege des Kinonachwuchses besonderes Gewicht zukommt, honorieren die Gilde-Filmpreise unter anderem mit der Vergabe von separaten Auszeichnungen für den besten Kinderfilm und den besten Beitrag in der Kategorie "Junges Kino". Zum ersteren wurde Mission Ulja Funk" gekürt, der andere Preis ging an Ivie wie Ivie".

Das Leipziger Publikum wiederum konnte aus 26 Premieren seinen Favoriten küren - worauf die Wahl für den von der Media Services gestifteten Preis fiel, werden Sie erst ein wenig später an dieser Stelle lesen können - denn der Gewinner wird traditionell erst am Ende der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch laufenden Verleihung bekannt gegeben.

(UPDATE: Der Publikumspreis ging an "Lunana - Das Glück liegt im Himalaya" von Paso Choyning Dorji)

Noch einmal zu einer Ex-Aequo-Entscheidung kam es in diesem Jahr beim Publikumspreis für den besten Kurzfilm, der in Zusammenarbeit mit der AG Kurzfilm vergeben wird. Die Auszeichung teilen sich Cuckoo" von Jörgen Scholtens und "Uzi" von Dina Velikovskaya.

Einen Preis der Jugendjury gab es in diesem Jahr nicht, stattdessen wählte die in Zusammenarbeit mit der FBW und mit Unterstützung von MUBI aufgestellte dreiköpfige Jury nach Vorabsichtungen drei Favoriten aus dem Messeprogramm aus, die sie im Rahmen der Filmvorführungen moderierten und begleiteten. Die Wahl fiel auf Lieber Thomas", Der Mann, der seine Haut verkaufte" und Dear Future Children".

Der emotionale Höhepunkt der Verleihung kam vor allem für den Preisträger völlig überraschend: Hermann Thieken, der den Verband über mehr als 20 Jahre maßgeblich über seine Arbeit im Vorstand prägte, erhielt für sein Engagement und nicht zuletzt seine stets verbindende und konstruktive Art den Ehrenpreis der AG Kino-Gilde. Wir gratulieren herzlich und verweisen gerne auf das Interview, das wir zur Filmkunstmesse-Ausgabe mit ihm führen durften.

Fest steht übrigens auch schon der Termin für das kommende Jahr: Die 22. Filmkunstmesse Leipzig findet vom 19. bis 23. September 2022 statt.