Kino

"Kino ist und bleibt einzigartig"

Auch wenn es keine Filmmesse wie jede andere war, zieht Veranstalter Martin Molgedey eine positive Bilanz.

17.09.2021 11:57 • von Marc Mensch
Martin Molgedey würdigte zur Eröffnung der Filmmesse den verstorbenen Kurt Schalk (Bild: Dirk Dobiey)

Dass die Filmmesse Köln in diesem Jahr tatsächlich stattfinden konnte, ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit - und letztlich auch der Bereitschaft der Organisatoren geschuldet, für sich selbst nicht die Wirtschaftlichkeit einer Veranstaltung unter Corona-Bedingungen zur entscheidenden Frage zu machen. 750 Gäste zu empfangen, erlaubten die Hygienemaßnahmen am Ende, gut die Hälfte jener 1300 Fachbesucher also, die man zuletzt unter regulären Bedingungen willkommen heißen konnte. Wir sprachen zum Abschluss noch einmal kurz mit Organisator und MMmedia-Gründer Martin Molgedey.

BLICKPUNKT: FILM: Rückblickend auf die diesjährige Veranstaltung, die unter derzeit noch außergewöhnlichen Bedingungen stattfinden musste: War es für Sie den ganz besonderen Aufwand und Stress wert?

MARTIN MOLGEDEY: Absolut. Ich denke es war ein Muss, diese Messe durchzuziehen, damit wir wieder gemeinsam nach vorne schauen können. Und ich würde behaupten, dass die Verleiher wirklich enorm viel tolles Material für die Präsentationen und die Screenings mitgebracht haben.

BF: Wie haben Sie persönlich die Stimmung vor Ort erlebt?

MOLGEDEY: Ich glaube, dass sich Alle wahnsinnig gefreut haben, sich wieder zu treffen, wieder ein wenig Normalität zu empfinden. Ich halte mich durchaus für selbstkritisch, aber unter dem Strich würde ich uns im Rahmen des Möglichen eine absolut erfolgreiche Messe attestieren. Im Prinzip bin ich rundum zufrieden.

BF: Hat es sich denn auch wirtschaftlich gelohnt?

MOLGEDEY: Das ist ein anderes Thema, das ist mit Corona leider nicht so einfach, weil man unter anderem zur Umsetzung eines Hygienekonzepts erheblich mehr Geld ausgeben muss. Wir müssen jetzt mal sehen, wie wir die Sache im kommenden Jahr anpacken, aber die Veranstaltung nicht durchzuziehen, stand für uns nie zur Debatte. Gerade deshalb möchte ich mich natürlich noch einmal ausdrücklich bei jenen Partnern bedanken, die uns das mit ihrer Unterstützung und ihrem Entgegenkommen ermöglicht haben. Dazu zählen auch die Organisatoren der Filmkunstmesse, die großes Verständnis für unsere Terminnöte gezeigt haben und denen ich noch einmal eine großartige Veranstaltung wünschen darf.

BF: Sie waren diesmal quasi ihr eigener Gast, traten selbst als Verleih auf. Wie kam es dazu?

MOLGEDEY: AC-Content wird seit Jahren immer wichtiger und gerade der Pre-School-Bereich ist einer, dem wir uns im Kino noch stärker zuwenden sollten, schließlich geht es da auch um das Publikum der Zukunft. Schon von daher ist es für mich ein Herzensprojekt und gerade Pettersson und Findus", "Der Grüffelo" und Das Grüffelokind" sind ganz wunderbare Stoffe für diese Zielgruppe. Das sieht man auch bei Edel Kids so, denen ich das Projekt vorgeschlagen habe, nachdem wir ja schon seit vielen Jahren unter anderem im Bereich Hörspiele zusammenarbeiten. Was mit einem sehr jungen Publikum möglich ist, zeigt ja übrigens gerade wieder Paw Patrol".

BF: Mit wie viel Optimismus blicken Sie in die Zukunft?

MOLGEDEY: Mit der Filmversorgung werden wir keine Probleme haben, ich hoffe, das konnte unsere Messe auch allen Besucher*innen klar vermitteln. Kino ist und bleibt Erlebnis, bleibt Emotion, bleibt einzigartig. Allerdings müssen wir den Menschen das auch wieder stärker vermitteln, gerade jetzt müssen wir an jedem noch so kleinen Rädchen drehen, um den Funken wieder voll überspringen zu lassen.

Das Gespräch führte Marc Mensch