Kino

Filmmesse Köln eröffnet

Im Cinedom ist der Startschuss zur ersten Filmmesse seit 2019 gefallen. Gänzlich "Business as usual" war es schon wegen der traurigen Nachricht des Vortages nicht - dennoch steht die Veranstaltung für Zuversicht und den optimistischen Blick in die Zukunft.

14.09.2021 14:58 • von Marc Mensch
Zur Eröffnung der Filmmesse wurde Kurt Schalk gedacht (Bild: BF)

Ärmel hochkrempeln, nach vorne schauen, alles tun, um das Kino endgültig aus einer völlig unverschuldeten Krise zu holen. Und dabei auch unter Druck gute Laune verströmen. Man mag sich gerne vorstellen, dass eine solche Botschaft ganz im Sinne von Kurt Schalk gewesen wäre, dessen plötzlicher und völlig unerwarteter Tod die Branche nur einen Tag vor dem ersten großen Wiedersehen seit dem Herbst 2020 erschütterte, wie es auch die enorme Anteilnahme in Reaktion auf unsere traurige Meldung unterstrich. Noch einmal selbst Gastgeber zu sein, war Kurt leider nicht vergönnt - und ihn als Gast begrüßen zu dürfen, den Organisatoren der Filmmesse um Martin Molgedey nicht. Ehrensache aber, dass man den Verstorbenen zum Auftakt der Veranstaltung mit einer Schweigeminute würdigte.

Der - das darf man wohl behaupten - seine helle Freude daran gehabt hätte, an diesem großen Wiedersehen teilnehmen und sich auf das einstimmen zu können, was die Branche voranbringen soll. Die sich nach wie vor teils in einem Wechselbad der Gefühle befindet und nah wie vor mit erheblichen Einschränkungen zu arbeiten hat.

Dennoch: Die deutschen Kinos schlagen sich trotz denkbar ungünstiger Rahmenbedingungen auch im internationalen Vergleich gut - und nicht zuletzt erste Stimmen zum gerade gestarteten Vorverkauf für Keine Zeit zu sterben" lassen trotz aller Unwägbarkeiten hoffen, dass die Kurve in den kommenden Wochen und Monaten noch deutlich nach oben zeigen wird.

Apropos Rahmenbedingungen: Dass Martin Molgedey und sein Team eine solche Veranstaltung trotz bekannter Widrigkeiten auf die Beine stellen konnten, ist aller Ehren wert - und wurde schon zum Auftakt mit dem verdienten Applaus quittiert. Natürlich kann die Filmmesse aufgrund der den Corona-Vorschrifften geschuldeten Abstandsregeln nicht an die Fachbesucherrekorde aus den Vorjahren anknüpfen, jedoch war schon der Vorabend vom engen Austausch an den bekannten neuralgischen Punkten geprägt.

Auch die Zahl der Screenings fällt nicht zuletzt wegen der Pandemie-bedingten Nähe zur Filmkunstmesse Leipzig und weiter bestehender Unsicherheiten in den Terminplänen diesmal etwas knapper aus als gewohnt und geplant. Highlights finden sich dennoch mehr als genug - darunter nicht zuletzt "Ghostbusters: Legacy", der kurzfristig als Überraschungsfilm bekanntgegeben wurde. Der Präsentationsreigen fällt ohnehin nicht weniger geballt aus als in den Vorjahren - und ließ schon bei den ersten Tradeshows keinen Zweifel an der Begeisterung der Verleiher, endlich wieder bei einer Präsenzveranstaltung vor großem Publikum die Höhepunkte der kommenden Monate mit brandneuem und exklusiven Material präsentieren zu können. Bei www.blickpunktfilm.de werden Sie in den nächsten Tagen wie gewohnt einen Blick auf sämtliche Tradeshows und das Stimmungsbild der Branche finden.

Um es mit den Worten von Dominik Porschen zu sagen, der erneut als Moderator durch die Veranstaltung führte: "Kurt würde es lieben, Filme nach dieser langen Zeit endlich wieder hochleben zu lassen!" Dieser Wunsch, so schien es schon nach den ersten Stunden, wird ihm erfüllt.