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Filmfest Hamburg komplettiert Programm

Das Filmfest Hamburg hat heute sein komplettes Programm für seine 29. Edition veröffentlicht. Viele Schwergewichte aus Cannes und Venedig, aber auch Locarno hatte Festivalchef Albert Wiederspiel bereits bekanntgegeben. Nach einem Jahr Pause werden dieses Jahr wieder Preisgelder in Höhe von insgesamt 130.000 Euro vergeben, darunter den jeweils mit 25.000 Euro dotierten Hamburger Produzentenpreis für Deutsche Kinoproduktionen und Hamburger Produzentenpreis für Internationale Kino-Koproduktionen.

14.09.2021 14:43 • von Barbara Schuster
Das 29. Filmfest Hamburg startet am 30. September (Bild: Filmfesthamburg.de)

Das Filmfest Hamburg hat heute sein komplettes Programm für seine 29. Edition veröffentlicht. Viele Schwergewichte aus Cannes und Venedig, aber auch Locarno hatte Festivalchef Albert Wiederspiel bereits bekanntgegeben, auch Ehrengäste wie Kenneth Branaghoder Leos Carax standen bereits fest. Freuen darf man sich also nicht nur über den Löwen-Gewinner "L'événement", auf "Die Hand Gottes", Die Geschichte meiner Frau", Annette", auf die Eröffnung mit "Große Freiheit" oder den Abschluss mit Wo in Paris die Sonne aufgeht" - insgesamt lockt das Filmfest Hamburg mit Filmen aus 57 Produktionsländern, die auch in Regionen und Staaten tauchen, die nicht so häufig auf der filmischen Landkarte zu finden sind und damit neue filmische Blicke bieten, wie etwa drei Beiträge aus Afrika (dem Tschad: Lingui" von Mahamat-Saleh Haroun; aus Dschibuti "The Gravedigger's Wife" von Khadar Ayderus Ahmed; aus Kamerun "Bikeres" von Narcisse Wandji). Eine weitere Strömung durchs Programm wird mit "Erinnerungen in die Zukunft schicken" bezeichnet, in der Filmemacher Bilder aus der Vergangenheit aus heutiger Sicht betrachten. Dazu zählen etwa die Kindheits- und Jugenderinnerungen Belfast" von Branagh oder "Die Hand Gottes" von Paolo Sorrentino. Aber auch Audrey Diwans Löwen-Gewinner "L'événement", der als beklemmende Rückschau auf die heutige Relevanz des Themas Abtreibung verweist, passt hier dazu. Bei "Gegenwartskino im Fokus" stehen die Arbeiten von Sean Baker und Andrea Arnold im Mittelpunkt. Arnold wird in Hamburg als Gast erwartet und wird im Anschluss an die Filmpremiere ihrer neuesten Arbeit Cow" ein ausführliches Gespräch geben; Baker ist u.a. mit Red Rocket" im Programm vertreten, kann aber leider nicht nach Hamburg kommen. Ein Werkgespräch wird digital zur Verfügung gestellt.

In der Sektion "Asia Express" bietet das Festival eigenwilliges Genrekino aus Asien, darunter die beiden chinesischen Debütfilme "All About My Sisters" und "Virgin Blue" von den Regisseurinnen Wang Qiong bzw. Xiaoyu Niu, oder auch "On the Job: The Missing 8", dessen Hauptdarsteller John Arcilla gerade in Venedig ausgezeichnet wurde.

Sektionsübergreifend zeigt das Filmfest Hamburg auch Filme, die in Hamburg und im Norden Förderung erhielten bzw. gedreht wurden. Dieses Jahr gehören dazu: "Niemand ist bei den Kälbern", "France" oder "Die Rache ist mein, alle anderen zahlen bar".

Neben den Angeboten "Filmfest ums Eck" und zahlreichen Branchenveranstaltungen gibt es auch in Kooperation mit dem Jüdischen Salon am Grindel im Rahmen der Initiative #2021 JLID - Jüdisches Leben in Deutschland u.a. den Dokumentarfilm "Wir sind alle deutsche Juden" von Niko Apel mit anschließendem Filmgespräch in Anwesenheit von Daniel Cohn-Bendit.

Ein wichtiger Part des Filmfest Hamburg ist wie immer die Sektion "Televisionen" (wir berichteten) und das MICHEL Kinder- und Jugend Filmfest, das am 1. Oktober mit Willi und die Wunderkröte" eröffnet wird.

Nach einem Jahr Pause wird das Festival in diesem Jahr Preisgelder in Höhe von insgesamt 130.000 Euro vergeben, darunter den jeweils mit 25.000 Euro dotierten Hamburger Produzentenpreis für Deutsche Kinoproduktionen und Hamburger Produzentenpreis für Internationale Kino-Koproduktionen. Zu den namhaften Jury-Mitgliedern zählen u.a. die Gründerin des European Film Market, Beki Probst, die iranische Regisseurin Shirin Barghnavard, Regisseur Max Zähle oder Produzentin Lisa Blumenberg.

Für die Filmvorführungen in den Festivalkinos und in den "Filmfest ums Eck"-Kinos gilt zum aktuellen Zeitpunkt die 3G-Regel.

Das komplette Programm unter www.filmfesthamburg.de.