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Goldener Löwe an "L'événement" von Audrey Diwan

Die 78. Mostra in Venedig ist offiziell mit der Verleihung der Löwen zu Ende gegangen. Der Goldene Löwe für den besten Film ging an L'événement" von Audrey Diwan. Nach "Nomadland" gewann damit erneut eine Regiearbeit einer Frau.

11.09.2021 20:17 • von Thomas Schultze
Venedig-Gewinner: "L'évenément" (Bild: Mostra Venedig)

Mit der Verleihung der Löwen ist die 78. Mostra in Venedig zu Ende gegangen. Die Jury um Präsident Bong Joon-ho zeichnete "L'évenément" von Audrey Diwan mit dem Goldenen Löwen für den besten Film aus - eine einstimmige Entscheidung: "Wir haben den Film geliebt!". Damit ging der Hauptpreis des ältesten A-Festivals der Welt zum zweiten Mal in Folge an die Regiearbeit einer Frau - Nomadland" von Chloé Zhao gewann 2020. Wie Titane" in Cannes gewann damit außerdem erneut eine französische Produktion. Der Große Preis der Jury ging an die italienische Netflix-Produktion The Hand of God" von Paolo Sorrentino. Mit dem Silbernen Löwen für die beste Regie wurde die Neuseeländerin Jane Campion für The Power of the Dog", eine weitere Netflix-Produktion, geehrt - es ist ihr erster Spielfilm seit 13 Jahren.

Die Coppa Volpi für die beste Leistung einer Schauspielerin gewann Penélope Cruz für Parallele Mütter" von Pedro Almodóvar. Sie widmete ihren Preis ihrem Regisseur: "Der gehört 100 Prozent Dir!". Als bester Schauspieler wurde John Arcilla für "On the Job: The Missing 8" prämiert.

Das beste Drehbuch stammt von Maggie Gyllenhaal für ihr für Netflix entstandenes Regiedebüt The Lost Daughter", eine Adaption des Romans von Elena Ferrante. Der Spezialpreis der Jury ging an den italienischen Beitrag "Il buco" von Michelangelo Frammartino, eine fast meditative und streckenweise dokumentarische Betrachtung, an der sich durchaus die Geister schieden. Den Premio Marcello Mastroianni für den besten jungen Schauspieler gewann Filippo Scotti für seine Leistung in "The Hand of God".

Der Preis für den besten Film der Nebenreihe Orizzonti wurde "Pilgrims" von Laurynas Bareisa zugesprochen. Zum besten Regisseur der Orizzonti-Reihe wurde Éric Gravel für "À plein temps" ernannt. Den Spezialpreis der Jury gewann "El gran movimiento" von Kiro Russo. Piseth Chhun wurde als bester Schauspieler für seine Leistung in dem Film "White Building" prämiert, beste Schauspielerin ist Laure Calamy für "À plein temps". Das beste Drehbuch stammt von Peter Kerekes und Ivan Ostrochobsky für "107 Mothers". Bester Kurzfilm der Reihe ist "Los huesos" von Cristóbal León und Joaquín Cociña.

Mit dem knallroten Leone del Futura - "Luigi De Laurentiis" für das beste Debüt wurden Monica Stan und George Chipe-Lillemark für ihren Film "Imaculat" ausgezeichnet. Die Preise für Venice VR Expanded erhielten Barry Gene Murphy und May Abdalla für "Goliath: Playing With Reality", David Adler für "End of Night" und Blanca Li für "Le bal de Paris". Der Publikumspreis der neuen Reihe Orrizonti Extra ging an "The Blind Man Did Not Want to See Titanic" von Teemu Nikki.