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Berlin will 2G-Regelung einführen

Im Berliner Senat soll in der kommenden Woche über die Einführung einer 2G-Regelung entschieden werden.

10.09.2021 15:21 • von Jochen Müller
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (Bild: Imago/Frank Sorge)

In der kommenden Woche soll der Berliner Senat über die Einführung einer 2G-Regelung entscheiden. Das erklärte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller im ARD-"Mittagsmagazin", wo er betonte: "Der Druck kommt natürlich auch von der privaten Wirtschaft, von privaten Restaurant-, Konzert-, Reiseveranstaltern, die dann eben auch sagen, wir lassen in unsere Räume nur noch Genesene oder Geimpfte."

In den Krankenhäusern seien laut Müller derzeit die meisten schwer an Corona Erkrankten umgeimpft. Drum müsse die oberste Prämisse sein: "Wir müssen jetzt sehen, wie wir möglichst früh Schutzmaßnahmen ergreifen, damit nicht wieder unsere Krankenhäuser und die Intensivstationen an eine Belastungsgrenze kommen."

Erst gestern hatte der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, für eine umfassende 2G-Regelung in Deutschland plädiert. "Um die vierte Welle zu brechen, bevor sie dramatisch wird, sollte man jetzt bundesweit überall dort, wo es möglich ist, eine 2G-Regel einführen", erklärte der deutsche Radiologe gegenüber der Funke Mediengruppe.

In Hamburg war Ende August eine optionale 2G-Regelung gestartet, wonach u.a. Restaurants, Kneipen, Theater und Kinos den Eintritt nur Geimpften und Genesenen gewähren sollten. Im Gegenzug entfallen dort Beschränkungen wie die Abstandspflicht.

In Baden-Württemberg wurde hingegen eine von der Hospitalisierungsrate und -inzidenz abhängige 2G-Regel beschlossen. Umgeimpfte sollen in einer ersten Stufe ab dem Moment, wo 250 Intensivbetten mit Covid-Patient*innen belegt sind oder acht von 100.000 Einwohner*innen (Hospitalisierungsinzidenz) innerhalb von sieben Tagen mit Covid-Symptomen in eine Klinik eingeliefert wurden, öffentliche Bereiche wie Restaurants, Sport- und Kulturveranstaltung nur noch bei Vorlage eines negativen PCR-Tests betreten dürfen.

Laut dem Amtschef des Sozialministeriums, Uwe Lahl, hätten Umgeimpfte in einer zweiten Stufe dann keinen Zutritt mehr bestimmten Bereichen und müssten ihre Kontakte einschränken, wenn 390 Covid-Patient*innen auf Intensivstationen behandelt werden müssten oder die Hospitalisierungsinzidenz bei zwölf Infizierten pro 100.000 Einwohner*innen liegt.

Aktuell werden 174 Covid-Patient*innen in Baden-Württemberg intensivmedizinisch betreut. Vor dem Hintergrund der an diesem Wochenende zu Ende gehenden Schulferien mit einer Vielzahl von Reisrückkehrer rechnet das Landesgesundheitsamt in gut einer Woche mit einem Anstieg dieser Zahl auf 250 und damit dem Erreichen der Stufe eins der neuen Verordnung, die am Montag in Kraft treten soll.