Kino

US-Präsident Joe Biden will nur noch Geimpfte und Getestete ins Kino lassen

Vor dem Hintergrund der um sich greifenden Delta-Variante des Coronavirus fordert US-Präsident Joe Biden u.a. die Kinobetreiber dazu auf, künftig nur noch geimpfte oder getestete Besucher in die Kinos zu lassen.

10.09.2021 10:31 • von Jochen Müller
US-Präsident Joe Biden (Bild: Imago/MediaPunch)

In New York und Los Angeles dürfen schon seit August nur noch gegen das Coronavirus Geimpfte Indoorveranstaltungen wie Kinos besuchen. Vor dem Hintergrund der um sich greifenden Delta-Variante fordert US-Präsident Joe Biden nun u.a. die Kinobetreiber landesweit dazu auf, künftig nur noch geimpfte oder getestete Besucher in die Kinos zu lassen.

"An alle, die große Unterhaltungsstätten von Sportstadien bis hin zu Kinos betreiben: Bitte verlangt von den Leuten, dass sie geimpft sind oder einen negativen Test vorweisen können als Bedingung für den Einlass", erklärte Biden in einer Rede im Weißen Haus, in der er auch eine Notfallanordnung skizzierte, wonach Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern künftig einen Impfnachweis oder wöchentliche Tests von ihren Mitarbeitern verlangen sollen.

"Hier geht es nicht um Freiheit oder persönliche Entscheidungen. Hier geht es darum, sich selbst und diejenigen um einen herum zu schützen", so Biden weiter.

Biden bezeichnete die Corona-Pandemie erneut als eine "Pandemie der Ungeimpften" und betonte, dass die Impfgeschwindigkeit im August zwar zugenommen habe, die Delta-Variante gleichzeitig aber für eine Spitze bei den Covidfällen, Krankenhauseinweisungen und Todesfällen gesorgt habe. Die Anstrengungen, die Pandemie bis zum Ende des Sommers unter Kontrolle zu bringen, hätten dadurch einen Rückschlag erhalten.

Aktuell sind rund 80 Mio. Menschen in den USA noch nicht gegen das Coronavirus geimpft. Diese zögerliche Haltung führt Biden darauf zurück, dass die Impfung zu einem politischen Thema gemacht wurde. Sein aktueller Vorstoß könnte nun weiteren Widerstand auslösen, ist aber ein Beleg für eine Trendwende in der politischen Vorgehenesweise, künftig eher auf Strafmaßnahmen als auf Belohnungen zu setzen, um möglichst viele Menschen geimpft zu bekommen.

Vom US-Kinobetreiberverband NATO gibt es noch keine Stellungnahme zu Bidens Vorstoß. Als im August die Impfpflicht für Kinobesucher in New York und Los Angeles eingeführt worden war, hatte NATO-Präsident John Fithian diese Vorgehensweise begrüßt: "Damit sich die Kinobranche komplett erholen kann, brauchen wir mehr Menschen, die geimpft sind. Es ist reine Wissenschaft. Eine Zeitlang war der Impffortschritt in den USA recht gut und dann ist die Zahl der Impfungen zurück gegangen. Das muss wieder besser werden. Verstehen Sie mich nicht falsch. Kurzfristig wird es einige Kinotickets geben, die uns verloren gehen. Die Umsetzung der Impfpflicht und wie wir wirtschaftlich zurecht kommen, sind Herausforderungen, aber wir werden uns nicht dagegen stellen, denn die Menschen müssen geimpft werden."