Kino

Helen Hoehne ist neue HFPA-Präsidentin

Die wegen mangelnder Diversität seit Monaten unter Beschuss stehende Hollywood Foreign Press Association hat eine neue Präsidentin gewählt. Die deutsche Helen Hoehne soll den Verband, der die Golden Globes ausrichtet, wieder auf Kurs bringen.

09.09.2021 15:19 • von Heike Angermaier
Helen Hoehne (Bild: Imago/Zuma Press)

Die wegen mangelnder Diversität seit Monaten unter Beschuss stehende Hollywood Foreign Press Association hat eine neue Präsidentin gewählt. Die deutsche Helen Hoehne soll den Verband, der die Golden Globes ausrichtet, wieder auf Kurs bringen. Ihre Berufung ist Teil der Reformpläne der HFPA, die wegen der vergangenen Preisvergabe, rassistischer Mails des ehemaligen Präsidenten Phil Berk und vor allem seiner ausschließlich weißen Mitgliedschaft heftige Kritik auslöste und Stars, Studios und Fernsehsender NBC, der die Globes-Gala ausstrahlt, dazu bewegte, sich vom Verband abzuwenden (wir berichteten).

Die aus Hamburg stammende Autorin Hoehne ist seit fast 20 Jahren Mitglied der HFPA und beteuerte, dass sie "den Weg fundamentaler Veränderungen und Reformen weiter fortsetzen werde". Dazu gehören neue Regeln zur Mitgliedschaft und zu den Wahlverfahren sowie der Ausbau des Vorstands, zu dem außer Hoehne auch Gabriel Lerman, Sabrina Joshi, Yukiko Nakajima, Scott Orlin, Kirpi Uimonen, Henry Arnaud, Barbara de Oliveira Pinto, Barbara Gasser, Tina Johnk Christensen, Greet Ramaekers und Armando Gallo gehören.

Trotz Bemühungen um Reformen und dem Anwerben neuer, diverser Mitglieder ist es mehr als fraglich, ob die HFPA wieder Vertrauen in der Branche gewinnen und zur früheren Bedeutung zurückfinden kann. Die Einschaltquoten zur zweitwichtigsten Preisverleihung nach den Oscars, waren bereits seit ein paar Jahren - noch vor der letzten hybriden Veranstaltung - rückläufig, der Verhaltenskodex wegen der Annahme von Geschenken lange vorher in die Kritik geraten.