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Deutscher Fernsehpreis: "Para" als Nominierungsking

Gemeinsam mit der ARD-Miniserie "Oktoberfest 1900" führt die TNT-Serie die Nominierungsliste mit fünf Nennungen an. Gerade im Fiction-Bereich schafften es viele junge Formate in die Vorauswahl zum 22. Deutschen Fernsehpreis.

01.09.2021 11:02 • von Frank Heine
"Para - Wir sind King" - ein weiterer Preisanwärter von TNT (Bild: TNT Serie/Gordon Timpen)

Die Jury um den Vorsitzenden Wolf Bauer hat ihre erste Herkulesaufgabe bewältigt und in insgesamt 28 Kategorien, aufgeteilt in die Programmbereiche Fiktion, Unterhaltung, Information und Sport, die Nominierungen aus dem Programmjahr 20/21 destilliert. Berücksichtigt wurden Programme die zwischen 1. Mai 2020 und 30. Juni 2021 ausgestrahlt wurden.

In der Fiction-Kategorie brachte es eine Handvoll Produktionen auf gleich mehrere Nominierungen. Spitzenreiter sind die ARD-Miniserie Oktoberfest 1900" und die TNT-Serie Para - Wir sind King" mit jeweils fünf Nennungen, gefolgt von der ARD-True-Crime Miniserie Das Geheimnis des Totenwaldes" mit vier. Gleich drei Formate vereinten drei Nominierungen auf sich, der vierteilige ARD-Thriller Die Toten von Marnow", die ZDFneo-Serie "Unbroken" und das dreiteilige ZDF-Epos "Kudamm 63".

Zu einem brisanten Aufeinandertreffen kommt es in der Kategorie "Bester Fernsehfilm", in der sich zwei Filme aus dem Hause Constantin matchen - der "kleine, schmutzige" ARD-Thriller Jackpot" von Constantin Television und die ZDF-Dramedy Das Unwort" von Moovie. Dritter im Bunde ist das Roadmovie Für immer Sommer 90" von Florida Film. Die Mehrteiler-Kategroie ist eine reine ARD-Angelegenheit und gleicht mit den Kombattanten "Das Geheimnis des Totenwaldes", "Oktoberfest 1900" und "Die Toten von Marnow" einer Elefantenrunde. Die Degeto ist hier dreimal vertreten, der NDR zweimal ("Totenwald", "Marnow") mit von der Partie.

In den Serienkategroien fiel die Wahl auf auffallend viele junge Formate. "Para - Wir sind King" muss sich bei den Dramaserien mit "Unbroken" und Wir sind jetzt" auseinandersetzen, einer Young-Adult-Serie von RTL Zwei und TVNow. Der Streamingdienst der Mediengruppe RTL ist auch bei den Comedy-Serien dank KBV - Keine besonderen Vorkommnisse" vertreten. Die Konkurrenz setzt sich aus der Netflix-Dramedy "Das letzte Wort" und der vor allem für die Medialine konzipierten ZDF-Sadcom Lu von Loser" zusammen, dem Underdog der Underdogs im weiten Nominierungsfeld. Durch breit gestreute Nominierungen in den Personenkategorien schaffen es auch Produktionen, die man in den Werkskategorien vermisst, wie "Kudamm 63" (Claudia Michelsen, Musik, Ausstattung), Sörensen hat Angst" (Bjarne Mädel) oder der formidable Polizeiruf 110: Der Verurteilte" (Sascha Alexander Gersak) auf die Liste. Auch Amazon und Sky gehen dank Deutschland 89" und Hausen" nicht leer aus. Unter den Produktionsfirmen schafften es lediglich W&B Television ("Para", Dark") und UFA Fiction ("Kudamm 63, Deutschland 89) mit zwei verschiedenen Titeln in die Vorauswahl.

Ein gesonderter Blick lohnt auch auf die neu geschaffene Kategorie "Doku-Serie" im Bereich Information. Hier treffen drei herausragende Formate, "Charité intensiv - Station 43" vom rbb sowie zweimal True Crime in Gestalt von Höllental" (ZDF) und "Rohwedder - Einigkeit und Mord und Freiheit", aufeinander. Gleiches trifft auf die außergewöhnliche Kooperation von Amazon und ZDF bei der Doku Schwarze Adler" zu, die es auf zwei Nominierungen brachte. Auch wenn das ZDF in der Information mit zehn Nominierungen führend ist, gibt es mit insgesamt zwölf Nominierungen (Streamer inklusive) erste nennenswerte Belege für die Info-Offensive der Privaten. Ins Auge sticht außerdem, dass "Joko & Klaas" dank ihrer bemerkenswerten Spezial-Programmierungen bei ProSieben in der Information "fremdgehen".

Einer bunt gemischten Spielwiese gleicht auch der Bereich Unterhaltung. Hier trifft man auf die üblichen Verdächtigen wie Joko & Klaas, Jan Böhmermann oder Carolin Kebekus, Klassiker wie "Let's Dance" oder "ZDF Fernsehgarten" und Entdeckungen wie "Unvergesslich - Unser Chor für Menschen mit Demenz" oder "Altes Haus sucht Mitbewohner.

Mit insgesamt 28 Nominierungen liegen die ARD-Sender und das ZDF gleichauf an der Spitze, allerdings kommen bei den Mainzern noch drei Nominierungen für ZDFneo hinzu. TV Now ist mit sechs Nominierungen sowohl bei den Privaten als auch bei den Streamern im Lead. TNT Serie, Vox, RTL und ProSieben bringen es auf jeweils fünf, Netflix und Amazon auf vier. Interessant auch, dass 17 der 28 ARD-Nennungen aus dem Bereich Fiction kommen, davon gehen 13 auf das Konto von Degeto-(Ko)Produktionen. Führende ARD-Landesanstalt ist der NDR mit zwölf Nominierungen.

Die Deutschen Fernsehpreise werden am 16. September im Rahmen einer großen Open-Air-Show im Kölner Tanzbrunnen bekannt gegeben. RTL überträgt die von Barbara Schöneberger moderierte Veranstaltung zeitversetzt ab 20.15 Uhr.

Alle Nominierten im Überblick

FIKTION

Bester Fernsehfilm

"Für immer Sommer 90" (ARD, Degeto / Florida Film)

"Jackpot" (ARD, SWR / Constantin Television)

"Das Unwort" (ZDF / Moovie)

Bester Mehrteiler

"Das Geheimnis des Totenwaldes" (ARD, NDR, Degeto / Conradfilm, Bavaria Fiction)

"Oktoberfest 1900" (ARD, BR, Degeto, WDR, MDR / Zeitsprung Pictures, Violet Pictures, Amalia Film, Maya Production)

"Die Toten von Marnow" (ARD, NDR, Degeto / Polyphon, made in munich)

Beste Drama-Serie

"Para - Wir sind King" (TNT / W&B Television)

"Unbroken" (ZDFneo / Network Movie)

"Wir sind jetzt" (RTL Zwei, TVNow / Producers at Work)

Beste Comedy-Serie

"KBV - Keine besonderen Vorkommnisse" (TV Now / Warner Bros. ITP, eitelsonnenschein)

"Das letzte Wort" (Netflix / Pantaleon Films)

"Lu von Loser" (ZDF / Alice Gruia Produktion)

Beste Schauspielerin

Lisa-Marie Koroll für "Wir sind jetzt" und Aus Haut und Knochen" (Sat.1 / Rowboat Film)

Claudia Michelsen für Ku'damm 63" (ZDF / UFA Fiction)

Soma Pysall für "Para - Wir sind King"

Petra Schmidt-Schaller für "Die Toten von Marnow"

Aylin Tezel für "Unbroken"

Bester Schauspieler

Matthias Brandt für "Das Geheimnis des Totenwaldes" und Wir wären andere Menschen" (ZDF/Akzente Film)

Sascha Alexander Gersak für "Die Toten von Marnow" und "Polizeiruf 110: Der Verurteilte" (ARD, MDR / filmpool fiction)

Charly Hübner für "Für immer Sommer 90" und "Hausen" (Sky / Lago Film)

Bjarne Mädel für "Sörensen hat Angst" (ARD, NDR / Claussen+Putz)

Misel Maticevic für für "Oktoberfest 1900"

Beste Regie

Emily Atef für "Jackpot"

Randa Chahoud, Soleen Yusef für "Deutschland 89" (Amazon / UFA Fiction, Big Window Prod.)

Özgür Yildirim für "Para - Wir sind King"

Bestes Buch

Jantje Friese für "Dark" (Netflix / Wiedemann & Berg, Dark Series)

Leo Khasin für "Das Unwort"

Stefan Kolditz für "Das Geheimnis des Totenwaldes"

Beste Kamera

Matthias Bolliger für "Para - Wir sind King" (TNT/W&B Television)

Felix Cramer für "Oktoberfest 1900"

Leah Striker für "Unbroken"

Bester Schnitt

Matthias Albrecht, Robert Stuprich, Yvonne Tetzlaff für "Deutschland 89"

Christoph Cepok, Rainer Nigrelli, David Wieching für "How to Sell Drugs Online (Fast)" (Netflix / btf)

Lars Jordan, Sebastian Thümler für "Para - Wir sind King"

Beste Musik

Karim Sebastian Elias für "Ku'damm 63"

Max Filges, Christoph Schauer für Sløborn" (ZDF /Syrreal Entertainment, ZDF E, Tobis Film, Nordisk Film)

Michael Klaukien für "Oktoberfest 1900"

Beste Ausstattung

Benedikt Herforth, Astrid Poeschke (Szenenbild), Michaela Horejsi-Horackova (Kostüm), Jeanette Latzelsberger, Jana Lindner, Julia Rinkl (Maske) für "Oktoberfest 1900"

Oliver Hoese (Szenenbild), Maria Schicker (Kostüm), Gregor Eckstein, Jeanette Latzelsberger (Maske) für "Das Geheimnis des Totenwaldes"

Axel Nocker (Szenenbild), Maria Schicker (Kostümbild) für "Ku'damm 63"

UNTERHALTUNG

Beste Show

"Die große Terra X-Show" (ZDF / Gruppe 5, Riverside Entertainment)

"Take Me Out" (RTL / UFA Show & Factual)

"Wer stiehlt mir die Show?" (ProSieben / Florida Entertainment)

Beste Comedy/Late Night

"Die Carolin Kebekus Show" (ARD, WDR / btf, UnterhaltungsFlotte TV)

"Freitagnacht Jews" (WDR / Turbokultur)

"ZDF Magazin Royale" (ZDF / Unterhaltungsfernsehen Ehrenfeld)

Bestes Factual Entertainment

"Altes Haus sucht Mitbewohner" (Vox / Banijay Productions)

"Showtime of my Life - Stars gegen Krebs" (Vox / Seapoint Productions)

"Unvergesslich - Unser Chor für Menschen mit Demenz" (ZDF / Tower Productions)

Beste Unterhaltung Reality

"5 Senses for Love - Heirate dein Blind Date" (Sat.1 / RedSeven Entertainment)

"First Dates Hotel" (Vox / Warner Bros. ITP)

"Princess Charming" (TVNow, Vox / Seapoint Productions)

Beste Moderation

Daniel Hartwich für "Let's Dance" (RTL/Seapoint Productions)

Andrea Kiewel für "ZDF-Fernsehgarten" (ZDF)

Ralf Schmitz für "Take Me Out"

Beste Regie

Frank Lieberich für "Catch!" (Sat.1 / LuckyPics, Brainpool)

Johannes Spiecker für "Joko & Klaas gegen ProSieben" (ProSieben / Florida Entertainment)

Nadja Zonsarowa für "ZDF-Fernsehgarten"

Bestes Buch

Jan Böhmermann, Markus Hennig, Hanna Herbst für "ZDF Magazin Royale"

Sebastian Pufpaff für "Noch nicht Schicht" (3sat, ZDF / Agentur ZweiR)

Christina Schlag, Raphael Selter, Schlecky Silberstein für "Browser Ballett" (ARD, RBB, NDR, HR / Steinberger Silberstein)

Beste Ausstattung

Katia Convents (Kostümbild) für "Let's Dance"

Remigius Roskosch (Setdesign) für "Freitagnacht Jews"

Michael König (Setdesign), Kaja Manenbach (Szenenbild) für "ZDF Magazin Royale"

INFORMATION

Beste Information

"Frontal" (ZDF)

"Markus Lanz" (ZDF/Mhoch2 TV/Fernsehmacher)

"Panorama" (ARD/NDR)

Bestes Infotainment

"Joko & Klaas 15 Minuten: Männerwelten" (ProSieben / Florida Entertainment)

"Joko & Klaas - Live: Pflege ist #NichtSelbstverständlich" (ProSieben / Florida Entertainment)

"RTL Spezial - Angriff auf unsere Kinder" (RTL / RTL News)

Beste Dokumentation/Reportage

"Erlebnis Erde: Rentiere auf dünnem Eis" (ARD, MDR, Arte / Altayfilm)

"Hallo, Diktator - Orbán, die EU und die Rechtsstaatlichkeit" (Arte, ZDF / Broadview TV)

"ProSieben Spezial: Rechts. Deutsch. Radikal" (ProSieben / PQPP2)

"Schwarze Adler" (Amazon, ZDF / Broadview TV)

"Wirecard - Die Milliarden-Lüge" (Sky, ARD, RBB / Sperl Film)

Beste Doku-Serie

"Charité intensiv - Station 43" (RBB, ARD-Mediathek / Docdays Productions)

"Höllental" (ZDF / Kundschafter Filmproduktion)

"Rohwedder - Einigkeit und Mord und Freiheit" (Netflix / Gebrüder Beetz Filmproduktion)

Beste Moderation

Jochen Breyer für "#5JahreWirSchaffenDas" und "Der Querdenker-Effekt" aus der Reihe "ZDFzoom" (ZDF)

Anja Reschke für "Panorama" (ARD, NDR)

Isabel Schayani für "Weltspiegel" (ARD/WDR) und ihre Live-Schalte aus dem Flüchtlingslager Moria bei Anne Will (ARD, NDR)

Beste Kamera

Alexander Gheorghiu für "Höllental"

Eva Gühne für "Stern Crime: Der Alptraummann" (TVNow, Vox / 99pro media

Jonas Heldt für "Ab 18! - Seda baut Autos" (ZDF, 3sat / Motel Film

Bester Schnitt

André Hammesfahr für "Schwarze Adler"

David Holfelder, Jakob Kastner, Stefanie Reichel für "Welt auf Abstand - Reise durch ein besonderes Jahr" (ZDF, Arte / Spiegel TV)

Philip Drangmeister, Xenia Kalinitchenko für "Stern Crime: Der Alptraummann"

SPORT

Beste Sportsendung

"sportstudio live - UEFA EURO 2020" (ZDF)

"UEFA EURO 2020" (Magenta TV / thinXpool TV, Plazamedia, NEP Germany)

"Vendée Globe" (ZDF)