Kino

Hilferuf aus Afghanistan

Nachdem die Taliban die afghanische Hauptstadt Kabul eingenommen haben, hat die afghanische Regisseurin Sahraa Karimi, die ihren bis dato letzten Film "Hava, Maryam, Ayesha" 2019 in Venedig präsentiert hatte, die weltweite Filmcommunity via Twitter um Unterstützung für die Künstler des Landes gebeten

16.08.2021 13:49 • von Jochen Müller
Sahraa Karimi (Bild: Asia Peace Film Festival)

Nach der Eroberung der afghanischen Hauptstadt Kabul durch die Taliban hat die afghanische Regisseurin Sahraa Karimi die weltweite Filmcommunity um Unterstützung beim Schutz der Künstler des Landes gebeten.

Bei Twitter schrieb die Regisseurin und Geschäftsführerin der staatlichen Produktionsfirma Afghan Film: "Ich schreibe Ihnen mit einem gebrochenen Herzen und in der tiefen Hoffnung, dass sie mich dabei unterstützen können, mein wunderbares Volk, vor allem die Filmemacher*innen, vor den Taliban zu schützen. Sie haben unser Volk massakriert, sie haben viele Kinder entführt, sie haben Mädchen als Kinderbräute an ihre Männer verkauft...Es ist eine humanitäre Krise und die Welt verhält sich still...Sie werden jegliche Art von Kunst verbieten. Ich und andere Filmmacher*innen könnten die nächsten auf ihrer Liste sein. (....). Ich verstehe diese Welt nicht, ich verstehe dieses Stillhalten nicht. Ich werde hier bleiben und für mein Land kämpfen, aber das kann ich nicht alleine tun. Ich brauche Verbündete wie Euch", schreibt die Regisseurin, die ihren bis dato letzten Film "Hava, Maryam, Ayesha" 2019 in Venedig präsentiert hatte, auf Twitter, wo sie während des ganzen Wochenendes immer wieder über die Entwicklungen in ihrem Heimatland informiert hatte.

Einige Filmemacher*innen wie der nordirische Regisseur Mark Cousins sowie die indischen Regisseur*innen Vivek Ranjan Agnihotri und Leena Manimekalai haben Karimi via Twitter schon ihre Unterstützung zugesagt.