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England bleibt bei Lockerungskurs

Auch wenn die Fallzahlen in Großbritannien nach dem überraschenden Rückgang in den Wochen nach dem "Freedom Day" zuletzt wieder leicht gestiegen sind, sieht die Regierung keinen Anlass, von den für 16. August geplanten Lockerungen abzurücken.

12.08.2021 13:43 • von Marc Mensch
Trotz weitreichender Lockerungen gehen Impfgegner und Corona-Leugner in London weiter auf die Straße - der geplante Protest gegen die BBC fand allerdings vor dem falschen Gebäude statt (Bild: IMAGO/Zuma Wire)

Im Vereinigten Königreich liegt die Sieben-Tage-Inzidenz aktuell bei über 287 (also rund dem Zehnfachen des deutschen Werts) - mit leicht steigender Tendenz, nachdem die Werte unmittelbar nach dem sogenannten "Freedom Day", der mit der Aufhebung der meisten Restriktionen einher ging, zunächst einmal rund zwei Wochen lang deutlich gesunken waren.

Die Regierung von Boris Johnson jedenfalls sieht "stagnierende Zahlen" - und bleibt bei dem Kurs, zum 16. August in England weitere der wenigen verbliebenen Beschränkungen aufzuheben. Vor allem die Pflicht zur Selbstisolation für zweifach Geimpfte bei Kontakt mit Infizierten wird dann fallen, stattdessen wird man nur noch zur Durchführung eines Tests aufgefordert. Die bislang geltende (umstrittene) zehntägige Quarantäne hatte teils zu Personalengpässen in verschiedenen Branchen geführt.

Auch wenn die Infektionskurve leicht nach oben zeigt: Der massive Anstieg auf bis zu 100.000 Neuinfektionen (oder mehr) pro Tag, den Experten prognostiziert hatten, blieb bislang aus. Dafür soll bislang die hohe Impfquote im Vereinigten Königreich Sorge tragen - mehr als 75 Prozent der Erwachsenen wurden zweifach geimpft. Ein Anteil, der allerdings tatsächlich nicht weit von jenem in Deutschland entfernt ist. Hierzulande gelten gut 56 Prozent ALLER Bürger*innen als zweifach geimpft, laut Gesundheitsminister Jens Spahn hätten sich bereits "drei von vier Erwachsenen" für einen "sicheren Herbst und Winter entschieden". Hinzu kommt: Die tatsächlich Impfquote in Deutschland könnte sogar höher liegen, erst gestern hatte das RKI mögliche Datenlücken eingeräumt.