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Baden-Württemberg wirft Inzidenz-Betrachtung über Bord

Als erstes Bundesland will sich Baden-Württemberg in einer bereits am 16. August in Kraft tretenden Corona-Verordnung konsequent von Inzidenzen als Maßgabe für Lockerungen bzw. Restriktionen verabschieden. Der 3G-Nachweis wird ab diesem Tag Voraussetzung für einen Kinobesuch sein, die Bedingungen für eine Vollauslastung werden verschärft.

11.08.2021 22:37 • von Marc Mensch
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Bild: IMAGO/photothek)

Im Zuge des Beschlusses der Bund-Länder-Beratungen am 10. August hat Baden-Württemberg als erstes Bundesland eine einschneidende Änderung seiner bisherigen Corona-Verordnung angekündigt. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, soll die Sieben-Tage-Inzidenz in der bereits am 16. August in Kraft tretenden, neuen Verordnung nicht mehr als ordnungspolitisches Instrument auftauchen. Demnach soll es für Geimpfte und Genesene selbst dann keine Einschränkungen mehr geben, wenn die Inzidenz in einen dreistelligen Bereich steigen sollte. Voraussetzung hierfür ist aber, dass die Intensivkapazitäten nicht ausgeschöpft zu werden drohen.

Für Ungeimpfte bedeutet der Kurs schlicht und ergreifend: Testpflicht. Dabei soll die Verordnung laut der Ankündigung zwischen Unternehmungen, bei denen Abstand möglich ist und umgesetzt wird - hier reicht ein Schnelltest - und solchen, wo dies nicht der Fall ist, differenzieren. Dann müsste es nach derzeitigem Sachstand ein PCR-Test sein - wobei erste Meldungen, diese würden bereits ab kommendem Montag und nicht erst ab 11. Oktober kostenpflichtig, klar auf einem Missverständnis beruhen.

Für Kinos bedeutet die Entscheidung der Landesregierung einerseits Planungssicherheit, andererseits wird man sich schon frühzeitig mit dem 3G-Nachweis plagen müssen. Dieser war bislang optional und erlaubte eine Vollbesetzung der Säle - unter anderem die Innenstadtkinos Stuttgart machten in den Abend- und Wochenendvorstellungen Gebrauch davon. Nun aber soll für die Vollauslastung offenbar der PCR-Test Voraussetzung sein, soweit Besucher nicht geimpft, genesen (oder Kinder) sind. Im Prinzip würden Kinos damit noch deutlicher auf eine Stufe mit Clubs gestellt als bislang - obwohl nur eine der beiden Veranstaltungsformen diverse Male wegen Spreader-Events in die Schlagzeilen geriet...

Ein klarer Vorteil ist jedoch: Tests sind für Ungeimpfte bald für diverse Unternehmungen Pflicht, was die Schwelle, für einen Kinobesuch einen Test vorlegen zu müssen, tatsächlich senkt - diesbezüglich lohnt sich unter anderm der Blick nach Österreich.

Tatsächlich hatte Baden-Württemberg seinen Kurs im Prinzip bereits Anfang Juli angekündigt - wie wir damals berichteten.