Kino

US-Kinobetreiberverband NATO stellt sich nicht gegen Impfpflicht in den Kinos

In New York wird Mitte August eine Impfpflicht für den Besuch von Indoorveranstaltungen wie u.a. Kinos eingeführt, in Los Angeles soll eine ähnliche Regelung kommen. Der Kinovertreiberverband NATO hat nach Rücksprache mit seinen Mitgliedern beschlossen, sich nicht gegen diese Regelung zu stellen.

10.08.2021 10:33 • von Jochen Müller
NATO-President John Fithian (Bild: IMAGO/Future Image)

Nach Rücksprache mit seinen Mitgliedern hat sich der US-Kinobetreiberverband NATO dazu entschlossen, sich nicht gegen eine Impfpflicht bei einem Besuch von Indoorveranstaltungen wie u.a. Kinos zu stellen. Wie berichtet, hatte New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio vor dem Hintergrund der um sich greifenden Delta-Variante des Coronavirus' Anfang August die Einführung einer ab Mitte des Monats geltenden Impfpflicht für Beschäftigte und Besucher von Indoorveranstaltungen angekündigt. Wie der "Hollywood Reporter" berichtet, sei auch in Los Angeles eine ähnliche Regelung geplant.

"Damit sich die Kinobranche komplett erholen kann, brauchen wir mehr Menschen, die geimpft sind. Es ist reine Wissenschaft. Eine Zeitlang war der Impffortschritt in den USA recht gut und dann ist die Zahl der Impfungen zurück gegangen. Das muss wieder besser werden", zitiert der "Hollywood Reporter" NATO-President John Fithian, der weiter betont: "Verstehen Sie mich nicht falsch. Kurzfristig wird es einige Kinotickets geben, die uns verloren gehen. Die Umsetzung der Impfpflicht und wie wir wirtschaftlich zurecht kommen, sind Herausforderungen, aber wir werden uns nicht dagegen stellen, denn die Menschen müssen geimpft werden."

Fithian zeigte sich davon überzeugt, dass dies dazu führen werde, dass sich die Konsumenten wieder wohl fühlen, wenn sie ins Kino gehen. Dies sei vor dem Hintergrund der sich ausbreitenden Delta-Variante aber immer weniger so. Wie der "Hollywood Reporter" unter Berufung auf Zahlen der National Research Group berichtet, liege der Anteil derer, die sich im Kino wohl fühlen, aktuell bei 67 Prozent; Mitte Juli hatte der Wert noch bei 81 Prozent gelegen.

Unterdessen arbeitet die NATO mit Verantwortlichen der Stadt New York zusammen, was die neue Regelung, die Mitte August in Kraft treten und ab 13. September auch konsequent umgesetzt werden soll, im Einzelnen bedeutet. Was soll beispielsweise mit Kindern unter zwölf Jahren geschehen, für die die Impfung gegen das Coronavirus noch nicht zugelassen ist.

"Wir wollen diejenigen unter zwölf nicht ausschließen. Wir wollen, dass sie sicher sind, wir wollen, dass sie vorsichtig sind. Der Zweck der Maßnahme ist, den Menschen den ultimativen Anstoß zu geben, sich impfen zu lassen, wenn das für sie möglich ist", erklärte New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio in der vergangenen Woche.

"Das sind gute Nachrichten", entgegnete NATO-President John Fithian, der fortfuhr: "Es gibt da aber noch andere Punkte. Wenn man COVID gehabt hat und nun immun ist, kann man dann auch ins Kino? Es gibt eine Menge von Fragen zur Einführung der Impfpflicht. Wir wollen sicher gehen, dass die Umsetzung fair geschieht."