Kino

AG Kino fordert Neubewertung bei der Pandemiebekämpfung

Im Vorfeld des morgigen Bund-Länder-Treffens hat sich die AG Kino u.a. für eine Neubewertung der Inzidenzwerte in Abstimmung mit anderen Faktoren wie dem Impffortschritt stark gemacht.

09.08.2021 16:28 • von Jochen Müller
Christian Bräuer, Vorsitzender der AG Kino (Bild: AG Kino)

Im Vorfeld des Bund-Länder-Treffens am morgigen Dienstag hat sich die AG Kino für differenziertere Auflagen und eine "neue Normalität", wie es in einer Pressemitteilung heißt, stark gemacht.

"Die Mehrzahl der Menschen verhält sich verantwortungsbewusst und sehnt sich nach Normalität und Verlässlichkeit. Für das gesellschaftliche Miteinander ist es wichtig, dass die Parameter zur Bewertung der Gefährdung entsprechend des Impffortschrittes richtig gesetzt und die Inzidenzwerte in Abstimmung mit anderen Indikatoren neu bewertet werden", betont der AG-Kino-Vorstandsvorsitzende Christian Bräuer.

Weiter differenzieren müsse man nach Ansicht des Arthouse-Kinoverbands auch bei der Anwendung der so genannten 3G-Regelung. Zwar müssten jetzt auch "alle Vorkehrungen getroffen werden, um einen weiteren harten Lockdown zu vermeiden", so Bräuer, doch bräuchte es hier ein "differenziertes und soziales Vorgehen".

So solle die 3G-Regelung nicht generell, sondern erst dann greifen, wenn die Gefahr einer Überlastung des Gesundheitssystems bestehe; in Regionen mit niedriger Inzidenz stehe der Aufwand für die Kontrollen "in keinem Verhältnis zum Sicherheitsgewinn und schränkt die Wirtschaft ungerechtfertigt ein", heißt es in der Pressemitteilung der AG Kino und weiter: " Denn die Kontrolle von Geimpften, Genesenen und Getesteten stellt für viele Menschen eine Eintrittshürde dar. Schon jetzt ist zu beobachten, dass die Kinobesuche in Regionen mit Testpflicht niedriger sind."

Neben der 3G-Regelung aber auch noch Auslastungsbeschränkungen oder eine Maskenpflicht am Platz zur fordern, ist in den Augen der AG Kino, die auch darauf hinweist, dass u.a. Kinos über "bewährte Hygiene- und Lüftungskonzepte" verfügen und Infektionsherde bis heute noch nicht bekannt geworden seien, "unverhältnismäßig". Sollten in einem Kinosaal nur noch Geimpfte und Genesene bzw. Getestete sitzen dürfen, müsse eine Vollauslastung der Kinosäle aber wieder ermöglicht werden.

"Die Bekämpfung der Pandemie darf keine Einbahnstraße sein, in der nur immer neue Restriktionen beschlossen werden. Es muss auch ein Weg aufgezeigt werden, wie wir bei einem entsprechendem Impffortschritt wieder zu einem normalen Leben zurückkehren können. Das gebietet auch das Verfassungsrecht", so die Auffassung der AG Kino, deren Vorsitzender Christian Bräuer abschließend erklärt: "Seit Beginn leisten unsere Mitglieder einen hohen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie. Schon vor dem ersten Lockdown haben sie strenge Hygienemaßnahmen eingeführt und diese permanent weiterentwickelt. Aktuell klären sie alltäglich ihr Publikum über die Pandemie und Impfmöglichkeiten auf. Damit sprechen sie oft auch Menschen an, die durch die Kampagnen der Politik und die traditionellen Medien nicht erreicht werden. In diesem Sinne bieten wir uns auch gern als Partner an, unsere Kulturorte in die Impfkampagne einzubeziehen."