Kino

Vacano erzielt Einigung über Nachvergütung für "Das Boot"

Kameramann Jost Vacano hat sich mit den ARD-Anstalten über eine Nachvergütung für seine Arbeit an "Das Boot" geeinigt. Ob die Prozessgeschichte damit aber umfassend erledigt ist, ist noch offen.

30.07.2021 11:44 • von Heike Angermaier
Kameramann Jost Vaccano "Das Boot" bekommt endlich Nachvergütung (Bild: Constantin)

"Das Boot"-Kameramann Jost Vacano erhält nach jahrelangem Rechtsstreit nun 160.000 Euro Nachvergütung für seine Arbeit an dem im Kino, auf Video erfolgreichen und im Fernsehen vielfach ausgestrahlten Klassiker von Wolfgang Petersen, wie Presseberichte vermelden. Ein Anfang Juli vor dem Oberlandesgericht Stuttgart vereinbarter Vergleich mit ARD-Anstalten, bei denen der SWR federführend war, wurde fristgerecht angenommen, wie der Evangelische Pressedienst zuerst berichtete. In der Summe sind laut SWR auch Zinsen sowie ein Betrag für künftige Ausstrahlungen enthalten.

Vacano hatte im Zuge des 2002 eingeführten "Fairnessparagrafen" nachträglich eine angemessene Beteiligung am Werk gefordert, für das er ursprünglich um die 100.000 Euro erhalten hatte. Der Bundesgerichtshof hatte erste Entscheidungen des OLG Stuttgart und des OLG München, wo Vacano ebenfalls geklagt und jeweils eine deutlich höhere Summe erwirkt hatte, wegen fehlerhafter Berechnungen gekippt.

Laut dem SWR gilt der nun zugestandene Betrag von 160.000 Euro für alle Anstalten der ARD und umfasst auch zukünftige Ausstrahlungen, die nach dem seit Januar 2019 geltenden Punktemodell für Auftragsarbeiten errechnet wurden. Unklar ist noch, welche Auswirkungen auf die rechtlichen Schritte gegen die Bavaria und Eurovideo die Tatsache hat, dass Vacano laut SWR das Verfahren gegenüber dem WDR (der dem Vergleich beitritt) für erledigt erklären will. Vacano hatte den WDR, Bavaria und Eurovideo in München verklagt.

Der BFFS erwirkte im April eine nachträgliche Beteiligung der Schauspieler*innen an den Erträgen von "Das Boot".