Kino

"Black Widow"-Scarlett Johansson verklagt Disney

Hauptdarstellerin Scarlett Johansson hat wegen des Day-and-Date-Starts von "Black Widow" bei Disney+ und im Kino Klage gegen Disney wegen Vertragsbruchs eingereicht.

30.07.2021 09:52 • von Jochen Müller
Scarlett Johansson in "Black Widow" (Bild: Walt Disney)

Vor dem Supreme Court in Los Angeles hat Scarlett Johansson Klage gegen Disney eingereicht, in der die "Black Widow"-Hauptdarstellerin dem Studio Vertragsbruch vorwirft.

Kern der Klage ist zunächst einmal die Auswertungsstrategie des Films, der gleichzeitig bei Disney+ und im Kino gestartet wurde. Eine Strategie, die der Klageschrift zufolge darauf abziele, die Abonnentenzahl von Disney+ zu steigern und den Kurs der Disney-Aktie in die Höhe zu treiben. Vor allem von Letzterem würden die Verantwortlichen bei Disney sogar persönlich profitieren, führt die Klageschrift weiter aus. So sei der Wert der Aktien, die beispielsweise CEO Bob Chapek als Teil seiner Bezüge in 2021 erhalten habe, 3,8 mal höher als sein Grundgehalt von 2,5 Mio. Dollar. Und auch Executive-Chairman Bob Iger habe eine "überwiegende Mehrheit" seiner Bezüge in Höhe von 16,5 Mio. Dollar in Form von Aktien erhalten.

Johanssons Gage für die Mitwirkung an "Black Widow" basiere hingegen der Klageschrift zufolge größtenteils auf den Boxofficezahlen. Darüber hinaus habe sie von Marvel des Versprechen bekommen, dass "Black Widow" ein exklusives Kinorelease sein werde. Als klar wurde, dass Disney den Film day-and-date bei Disney+ und im Kino herausbringen werde, hätten die Vertreter von Johansson den Vertrag nachverhandeln wollen, was laut der Klageschrift seitens des Studios allerdings ignoriert worden sei.

"Es ist kein Geheimnis, dass Disney Filme wie 'Black Widow' direkt bei Disney+ herausbringt, um die Abozahlen zu erhöhen und dadurch den Aktienkurs des Unternehmens in die Höhe zu treiben - und das alles unter dem Deckmantel von Covid 19. Die Verträge der Künstler, die für diesen Erfolg verantwortlich sind, infolge dieser kurzsichtigen Strategie zu ignorieren, verletzt ihre Rechte und wir freuen uns darauf, dies so gut wie möglich vor Gericht zu beweisen. Das wird sicher nicht der letzte Fall sein, wo die Filmschaffenden in Hollywood gegen Disney aufstehen, und es macht klar, dass, was auch immer das Unternehmen an Tatsachen vorspiegeln wird, es ein rechtliches Vorgehen geben wird, um die Verträge einzuhalten", erklärt Johanssons Anwalt John Berlinski.

Disney hat zwischenzeitlich auf Johanssons Klage reagiert und dabei betont, dass die Schauspielerin bereits 20 Mio. Dollar für ihre Mitwirkung an dem Projekt erhalten habe.

"Diese Klage hat keinen Wert. Die Klage ist vor allem traurig und erschreckend in ihrer hartnäckigen Missachtung der schrecklichen und anhaltenden globalen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie. Disney hat Frau Johanssons Vertrag vollumfänglich erfüllt und darüber hinaus hat die Veröffentlichung von 'Black Widow' bei Disney+ mit einem Premium-Zugang die Möglichkeit, dass sie eine zusätzliche Vergütung zu den 20 Mio. Dollar, die sie bis dato bekommen hat, erhält, deutlich erhöht", zitieren US-Medien aus dem Disney-Statement.

Seit seinem Start Anfang Juli hat "Black Widow" am US-Boxoffice knapp 160 Mio. Dollar, weltweit rund das Doppelte, eingespielt.