Produktion

GMPF-Topf zum Halbjahr beinahe ausgereizt

Aus dem erst in diesem Jahr auf 30 Mio. Euro erhöhten Topf des German Motion Picture Fund wurden bereits bis zum Halbjahr mehr als 27 Mio. Euro an Zuschüssen bewilligt - erstmals auch die neue Höchstfördersumme von zehn Mio. Euro. Knapp werden die Mittel für dieses Jahr vorerst allerdings trotzdem nicht.

21.07.2021 14:54 • von Marc Mensch
"1899" erhielt durch den GMPF den höchstmöglichen Zuschuss von zehn Mio. Euro (Bild: Rasmus Voss)

Es bleibt dabei: Seit seiner Gründung ist der German Motion Picture Fund Jahr für Jahr überbucht. Das einst vom SPD-geführten Wirtschaftsministerium (damals noch zum Ärger des Koalitionspartners) ursprünglich als Ersatz für DFFF-Kürzungen gedachte, dann von Anfang an auf Serienförderung erweiterte und schließlich im Zuge der Übernahme des Instruments durch die BKM komplett auf fiktionale und dokumentarische High-End-Serien und Filme für die TV- bzw. Online-Auswertung beschränkte Instrument erfreut sich nicht nur reger, sondern weiter steigender Nachfrage.

Jüngster Beleg ist die nun auf den Seiten der FFA veröffentlichte Förderliste für 2021, die sich bis Juni erstreckt: Denn aus dem erst in diesem März parallel zum Inkrafttreten einer neuen Richtlinie auf 30 Mio. Euro per anno erhöhten Topf wurden bereits bis zum Halbjahr mehr als 27,3 Mio. Euro bewilligt.

Gleich zwei Projekte konnten dabei direkt von der mit der Richtlinienänderung verbundenen Erhöhung der Kappungsgrenze von vier auf zehn Mio. Euro profitieren. So wird die vierte Staffel von Babylon Berlin" mit sechs Mio. Euro aus dem GMPF bezuschusst, die Netflix-Serie 1899" brachte es sogar auf die Höchstförderung von zehn Mio. Euro - was bedeutet, dass deren Budget bei mindestens 40 Mio. Euro liegen muss.

Knapp werden die Mittel für dieses Jahr vorerst allerdings trotzdem nicht - denn bekanntermaßen sind GMPF und DFFF deckungsfähig, ersterem können (was in den Vorjahren stets geschah) Mittel aus dem DFFF zugeschlagen werden, laut BKM bis zu 50 Mio. Euro. Dies natürlich unter der Voraussetzung, dass DFFF-Mittel übrig bleiben, wovon aufgrund der Erfahrungen in den Vorjahren allerdings auszugehen ist.

Dennoch steht bereits die nächste Erhöhung des GMPF am Horizont: Ende Juni gab die BKM auf Nachfrage von Blickpunkt: Film bekannt, dass im Zuge der geplanten Aufstockung des Kulturetats für 2022 weitere 20 Mio. Euro in den DFFF (und fünf Mio. Euro in den DFFF II) fließen sollen.