Produktion

Bayern setzt auf Weiterentwicklung der LED-Studio-Technologie

Nach Babelsberg wird auch München ein hochmodernes LED-Studio erhalten. Der Freistaat fördert das innerhalb der kommenden zwei Jahre von einem Konsortium in den Bavaria Studios zu realisierende Mixed-Reality-Projekt mit 2,7 Mio. Euro. Ziel ist die Schaffung einer Produktionsumgebung, die über den bisherigen Stand der Technik hinausgeht.

14.07.2021 13:53 • von Marc Mensch
Friedhelm Bixschlag, Johannes Steurer, Staatsministerin Judith Gerlach und Christian Franckenstein stellten das Projekt vor Ort vor, Stephan Trojansky war live zugeschaltet (Bild: Bavaria Film/Bojan Ritan)

Nachdem im Studio Babelsberg Anfang Mai ein Studio für virtuelle Filmkulissen eröffnet wurde (erstes dort realisiertes Projekt ist 1899", siehe hierzu auch ein Interview mit Jantje Friese und Baran bo Odar), kommt die vor allem durch die Produktion der Hitserie The Mandalorian" bekannt gewordene Volume-Technologie auf Basis großflächiger LED-Bühnen auch nach München, genauer gesagt: in die Bavaria Studios.

Wie Digitalministerin Judith Gerlach heute bei einem Termin vor Ort bekannt gab, fördert das Bayerische Staatsministerium für Digitales den Aufbau einer neuartigen LED-Bühne in den Bavaria Studios in Geiselgasteig mit 2,7 Mio. Euro (das Babelsberger Projekt hatte vom brandenburgischen Wirtschaftsministerium rund zwei Mio. Euro Förderung erhalten). Das Mixed-Reality-Projekt soll in den nächsten rund zwei Jahren durch das Konsortium "BaViPro" aus Arri, der Bavaria Studios & Production Services GmbH und der deutsch-amerikanischen Eyeline Studios Munich GmbH realisiert werden und nicht zuletzt einer Weiterentwicklung dieser innovativen Technologie dienen. Ziel sei demnach die Schaffung einer Produktionsumgebung, die über den bisherigen Stand der Technik hinausgeht.

Laut Bavaria-CEO Christian Franckenstein sei es das Bestreben, den Medienstandort Geiselgasteig weiter zu einem modernen Bewegtbildcampus auszubauen. Dazu gehörten "frühzeitige Investitionen in digitale Innovationen".

Laut Johannes Steurer (Senior Principal Future Technologies bei Arri) integriere man im Förderprojekt BaViPro die Kamera- und Beleuchtungsprodukte von Arri in ein "innovatives, praxistaugliches Mixed-Reality-System". Die Dark Bay Virtual Production Stage in Babelsberg war eines der ersten Referenzprojekte der erst in diesem Jahr gegründeten Arri Solutions Group.

"Unsere Plattform wird alle traditionellen physikalischen Prozesse am Set mit digitalen in Echtzeit dargestellten fotorealistischen Welten verbinden und die Feinabstimmung aller technischen Komponenten ermöglichen. Dies wird den kreativen Filmemachern der Zukunft völlig neue gestalterische Möglichkeiten eröffnen und das Filmschaffen flexibler, schneller, vernetzter und letztlich auch effizienter machen", verspricht Stephan Trojansky, CEO der Eyeline Studios.

Das Projekt soll bis Mitte 2023 abgeschlossen sein, als Projektkosten werden rund 5,4 Mio. Euro veranschlagt.