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ARD-Programmdirektion äußert sich zu neuen Schwerpunkten

Ein "Spiegel"-Bericht behauptet, die ARD wolle sich im Programm stärker am erfolgreicheren ZDF ausrichten. Dem widerspricht ARD-Programmdirektorin Christine Strobl jetzt in einem Interview.

01.07.2021 16:07 • von Michael Müller
V.l.: Oliver Kohr, Christine Strobl und Florian Hager (Bild: ARD/Laurence Chaperon)

Dass die neue ARD-Programmdirektorin Christine Strobl mit frischen Ideen antritt, ist selbsterklärend. Für Interesse sorgte dahingehend ein Bericht des "Spiegel" am Mittwoch, der erste Details dieses Plans anhand eines Papiers veröffentlichte, das eigentlich für die Intendantinnen und Intendanten der ARD bestimmt war. Der Tenor des Papiers, wie der "Spiegel" es interpretierte, lautet: Stärkung der Mediathek und ein offenkundiger Angriff auf das ZDF vor allem durch den Programmumbau, der sich in den Konzepten teilweise an den Marktführer anlehnt.

Programmdirektorin Strobl, der stellvertretende Programmdirektor und Channel Manager der ARD-Mediathek Florian Hager und ARD-Chefredakteur Oliver Kohr wollten diese Interpretation des Papiers nicht so im Raum stehen lassen und äußerten sich dazu gegenüber der dpa. Der ARD gehe es nicht um einen Angriff auf das ZDF, sondern die Schärfung des eigenen Profils, sagte Strobl.

Die ARD-Programmdirektorin will etwa am Montagabend mehr Dokumentationen sowie zusätzlich einen Doku-Platz am Freitagabend schaffen. Das Dokumentarische werde im Ersten an Bedeutung gewinnen. Auf den "Spiegel"-Vorwurf, die ARD arbeite an einem "Markus Lanz"-ähnlichen Talk, sagte Strobl, dass an einem Talk gearbeitet werde, bei dem Menschen und nicht das Thema im Vordergrund stünden und eventuell Sandra Maischberger die Moderatorin werde.

Auf die "heute-show" des ZDF angesprochen, gaben die Verantwortlichen zu, dass die ARD an einem neuen Comedy-Format arbeite. Auch dass ein Samstagabendformat für die Comedienne Carolin Kebekus geplant wird, wurde nicht dementiert. Hager betonte in diesem Zusammenhang, dass das ARD-Programm diverser werden müsste, und es auch Persönlichkeiten bräuchte, die das verkörpern.

Zu dem vom "Spiegel" berichteten Einsparungen beim Krimi-Donnerstag äußerten sich die ARD-Verantwortlichen im dpa-Interview nicht. Nach der Berichterstattung des Magazins sollen für diesen Sendeplatz in Zukunft weniger neue Krimis gedreht, dafür mehr Wiederholungen linear gesendet und das freigewordene Geld in die Mediathek investiert werden.