Kino

Pantaflix AG schließt hartes Corona-Jahr ab

Der Umsatz der Pantaflix AG ist im Geschäftsjahr 2020 erheblich zurückgegangen. Das hat auch mit verschobenen Kinostarts auf dieses Jahr zu tun. Das Medienunternehmen zeigt sich deshalb optimistisch für die kommenden Monate.

25.06.2021 09:41 • von Michael Müller
Pantaflix-CEO Nicolas Paalzow (Bild: Pantaflix AG)

Die Härte der vergangenen Corona-Monate und die Herausforderungen, im Markt zu bestehen, spiegeln sich in den nackten Zahlen des Geschäftsjahres 2020 bei der Pantaflix AG sehr deutlich wider. Der Umsatz ging Covid-19-bedingt von 28,7 Millionen Euro auf 7,8 Millionen Euro zurück. Zumindest das EBIT, also der Gewinn vor Steuern und Zinsen, verzeichnet einen leichten Aufwärtstrend von minus 8,6 Millionen Euro auf minus 7,1 Millionen Euro.

Hintergrund des niedrigen Umsatzes sind auch die ins Geschäftsjahr 2021 verschobenen, aber bereits abgedrehten drei Kinoprojekte "Generation Beziehungsunfähig", "Wolke unterm Dach" und "Oskars Kleid" von Pantaleon Films. Dazu kommt das für Netflix gedrehte "Army of the Dead"-Prequel "Army of Thieves" von Matthias Schweighöfer.

"Das Unternehmen blickt auf ein sich deutlich aufhellendes Umfeld", heißt es von der Pantaflix AG im Bezug auf 2021. "Weitreichende Lockerungen der Mobilitäts- und Versammlungsbeschränkungen vereinfachen die Produktionsbedingungen. Zusätzlich schafft die Öffnungsperspektive der Kinos sowie der vitale Streamingmarkt die Basis, um das Geschäftsjahr 2021 deutlich positiv zu gestalten."

In Zahlen heißt das für 2021, dass der Vorstand bei aktueller Projektplanung eine erhebliche Steigerung des Umsatzes gegenüber dem Vorjahr auf mindestens 30 Millionen Euro erwartet. Auch das EBIT soll dann nur noch minus 2,5 Millionen Euro betragen, und es wird mit einem operativen Break-even gerechnet. "Diese Erwartungen stehen unter dem Vorbehalt der weiteren Pandemiebedingungen", teilt die Pantaflix AG mit.

Ein auch in der Pandemie besser funktioniert habender Geschäftsbereich ist das Anbieten von Streaminglösungen für professionelle Anwender im Markt. Über Branchengrenzen hinweg stellt die Pantaflix dort eine signifikante Steigerung der Nachfrage nach "State-of-the-Art-Video-Streaming-Lösungen" fest. Das gelte für die eigene VoD-Plattform Pantaflix, aber vor allem für die Konzerntochter Pantaflix Technologies. Die bietet professionellen Anwendern die Möglichkeit, ihr Geschäftsmodell zu digitalisieren und somit zu verbreitern. Zu den Kunden gehören mittlerweile die Süddeutsche Zeitung, Weltbild, diverse Filmfestivals und das Abaton-Kino. Über diesen wachsenden Aspekt sprach Blickpunkt:Film auch mit Pantaflix-Technologies-Geschäftsführer Rainer Knebel.

Pantaflix-CEO Nicolas Paalzow kommentiert die Bilanz 2020: "Auf die außergewöhnlichen Rahmenbedingungen der Corona-Pandemie haben wir zügig und konsequent reagiert und die Pantaflix AG in Anbetracht der Umstände erfolgreich durch die Corona-Krise gesteuert. Wir haben Effizienz- und Kostenoptimierungsmaßnahmen umgesetzt, unsere Finanzierungsbasis sichergestellt und gleichzeitig das geschäftliche Chancenpotenzial in jedem einzelnen Geschäftsbereich dieses besonderen Jahres genutzt. Die Gesamtleistung des abgelaufenen Geschäftsjahres spricht hier für sich. Mit unserem Entertainment-as-a-Service-Angebot treffen wir auf verstärktes Interesse über Branchengrenzen hinweg. Die gleichzeitige Öffnungsperspektive der Kinos und unsere starke Aufstellung bestärkt uns in der Ansicht, das Geschäftsjahr 2021 sehr erfolgreich gestalten zu können."