Kino

UPDATE: Erste Kinos erklären Filmverzicht

Die Verhandlungen auf Ebene der "Cinema Family Group" haben offenbar (noch) nicht zu den gewünschten Resultaten geführt. Bei den Kinos von Hans-Joachim Flebbe und der Betreiberfamilie Lochmann wurde nun der zumindest vorläufige Verzicht auf eine Reihe von Filmen öffentlich gemacht.

24.06.2021 14:42 • von Marc Mensch
Hans-Joachim Flebbe verzichtet zur Wiedereröffnung auf den Einsatz von Filmen, die bereits online verfügbar sind oder dies zeitnah zum Kinostart sein werden (Bild: Premium Entertainment)

Mit den Bedingungen, unter denen eine Reihe aktueller Titel der traditionellen Studios nun in den bereits geöffneten Kinos laufen bzw. dies ab dem 1. Juli tun sollen, will sich Hans-Joachim Flebbe als Mitglied der "Cinema Family Group" nicht abfinden. Dies machte er zeitgleich mit der Veröffentlichung der ersten Spielpläne für die Astor-Standorte (wenngleich natürlich ohne Nennung der betroffenen Verleiher) öffentlich bekannt. Auf den Websites der Kinos heißt es unter der Überschrift "Warum können Sie nicht alle aktuellen Filme bei uns sehen?":

"Liebe Gäste,

endlich können wir Filme wieder an dem Ort erleben, für den sie eigentlich gemacht werden - auf den großen Leinwänden in unseren Kinos. Leider gilt dies nicht für alle Filme, da das bisher geltende Modell seitens einiger Filmverleiher in Frage gestellt wird. In der Vergangenheit haben wir hohe Preise für Filme bezahlt, weil mit diesem Preis auch eine mehrmonatige Exklusivität für die Auswertung im Kino verbunden war. Produktionen, die bereits zeitnah zum Start im Kino auch auf Streamingplattformen verfügbar sind, haben für uns allerdings ein geringeres Besucherpotential und somit einen geringeren Wert. Zur Wahrung unserer Interessen müssen wir daher - so schwer uns dies bei einzelnen Filmen auch fallen mag - auf den Einsatz auf unseren Leinwänden verzichten, um damit letztlich unser Geschäftsmodell zu sichern.Auch unser Interesse ist es, unseren Gästen jeweils das attraktivste Programm zu zeigen. Wir bitten um Ihr Verständnis, sollten wir aufgrund der Verhandlungssituation auch einmal auf den Einsatz Ihres Wunschfilms verzichten müssen."

Eine identische Erklärung findet sich auch auf den Websites der Kinos der Betreiberfamilie Lochmann. Während für die Traumpaläste aktuell noch kein Programm online war, sucht man in den nun veröffentlichen Spielplänen der Astor-Häuser diverse Titel von Warner und Walt Disney vergeblich.

Marius Lochmann erklärte gegenüber Blickpunkt: Film unterdessen, dass für die Häuser seiner Familie mit der Erklärung noch keine endgültige Entscheidung hinsichtlich einzelner Filme getroffen sei. Man setze weiterhin auf Verhandlungen und konstruktive Gespräche, dies sei auch mit ein Grund, weswegen aktuell noch kein kompletter Spielplan erstellt sei. Ohnehin öffnen die Traumpalast-Kinos erst am 8. Juli.

Die Erklärung ist dennoch ein klares Zeichen dafür, dass die Verhandlungen der Anfang Mai gegründeten "Cinema Family Group" bislang noch nicht zu den gewünschten Resultaten geführt haben. Komplett sperrt sich allerdings auch Flebbe nicht gegen Kinofenster, die unter den vor der Pandemie üblichen vier Monaten für internationale Produktionen liegen - so soll etwa A Quiet Place 2", der eines der Highlights zur Eröffnung der Astor-Kinos darstellt, Brancheninformationen zufolge diesen Zeitraum deutlich unterschreiten.

Bei UCI werden Filme wie Cruella" oder Wonder Woman 1984" gespielt, CineStar wirbt unter anderem mit dem Einsatz von Godzilla vs Kong" ab dem 1. Juli. Cinemaxx weist noch kein Programm aus, ebenfalls noch kein volles Programm bieten die "Cinema Family Group"-Mitglieder Cineplex, Kinopolis und die Filmpalast-Gruppe.