Kino

Schleswig-Holstein lockert weiter

Kurz vor der bundesweiten Öffnung der Kinos treten in Schleswig-Holstein entscheidende Erleichterungen für deren Betrieb in Kraft. Auch in Berlin ist der Mindestabstand von 1,50 Metern bereits passé - allerdings mit einem entscheidenden Unterschied.

24.06.2021 12:52 • von Marc Mensch
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (Bild: IMAGO/teutopress)

Während die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz in Schleswig-Holstein zum 23. Juni auf glatte 4,0 gesunken war, gab Ministerpräsident Daniel Günther weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen bekannt, die nicht zuletzt auch die Kinos betreffen. Demnach gelten für den Kinobesuch ab Montag, den 28. Juni, folgende Regeln: Zwischen Personen, für die nach wie vor Kontakbeschränkungen gelten, muss jeweils nur ein Platz freigehalten werden, insgesamt dürfen die Säle zu 50 Prozent belegt werden. Eine Maskenpflicht herrscht im Innenraum nur noch bis zum Einnehmen des festen Sitzplatzes, im Außenbereich ist sie bei platzierten Veranstaltungen dann komplett aufgehoben. Und vor dem Kinobesuch ist kein Negativtest bzw. Impfnachweis mehr erforderlich. Theoretisch wären auch für Kinovorführungen ab dem 28. im Innenraum bereits 1250 Besucher (zuvor 500) zulässig, ein entsprechend großer Kinosaal existiert in Schleswig-Holstein aber natürlich nicht. Interessanter ist die Anhebung der absoluten Obergrenze im Außenbereich, die von 1000 auf 2500 steigt.

Der Kinoverbund SH, der zuletzt noch Unverständnis über das Missverhältnis zwischen den in Schleswig-Holstein bereits seit Längerem sehr niedrigen Inzidenzen und den hohen Auflagen für Kinoveranstaltungen geäußert hatte, führt das Erreichen dieser nun "guten Bedingungen" auch auf den "intensiven Austausch" zurück, in dem man mit den zuständigen Politikern stehe. Ausdrücklich bedankt man sich ganz herzlich bei den Ministerien für diese gute Umsetzung.

Von den 1,50 Metern Mindestabstand hatte sich zuletzt auch Berlin verabschiedet, hier gilt rechtzeitig zum bundesweiten Kino-Neustart ein Abstand von einem Meter zwischen Personen mit Kontaktbeschränkungen, was dem "einen freien Sitz" entspricht. Auch hier kann die Maske am Platz abgenommen werden. Allerdings sieht Berlin, dessen Sieben-Tage-Inzidenz mit 6,5 nur knapp über jener von Schleswig-Holstein lag (wo die Bandbreite in den einzelnen Landkreisen zuletzt zwischen Null und immerhin noch 11,4 lag) zunächst noch eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme vor: Vor dem Kinobesuch ist ein negativer Test oder Nachweis von Impfung/Genesung notwendig.

Auch wenn der Vorstandsvorsitzende der AG Kino-Gilde, Christian Bräuer, hofft, dass der Impf- bzw. Testnachweis "überall rasch passé" sein werde, da er, so Bräuer, "in Phasen mit derart niedrigen Infektionszahlen eine unverhältnismäßige Belastung darstellt", zeigt er sich unter dem Strich "sehr froh" über die Entwicklung.

"Es war richtig, ein Startdatum mit Bedacht zu wählen, das auch den Fortschritt der Impfkampagne und die sinkenden Inzidenzen einbezieht. Wir appellieren an alle Länder, die diesen Schritt noch nicht gegangen sind, einen Mindestabstand von einem Meter zwischen Besuchergruppen ohne Maske zu ermöglichen. Dies hat sich in vielen Ländern als sicher bewährt - und angesichts der massiv verbesserten Infektionslage ist dies auch überfällig."