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Großbritannien will Streamingdienste regulieren

Streamingdienste wie Netflix, Disney+ oder Amazon Prime Video unterliegen in Großbritannien aktuell nicht den gleichen Regularien wie TV-Sender wie die BBC. Das soll sich jetzt ändern.

23.06.2021 08:08 • von Jochen Müller
Oliver Dowden, britischer Kulturminister (Bild: Imago/NurPhoto)

Die Regularien des britischen Rundfunkgesetzes, an die sich Sender wie BBC, ITV oder Sky halten müssen, sollen künftig auch für Streamingdienste wie Netflix, Disney+ oder Amazon Prime Video gelten. Presseberichten zufolge hat Kulturminister Oliver Dowden jetzt eine entsprechende Gesetzesinitiative gestartet.

"Die Technologie hat die Senderlandschaft verändert, aber die Regularien, die die Zuschauer schützen und die traditionellen Kanäle im Wettbewerb unterstützen sollen, sind aus einem analogen Zeitalter. Die Zeit ist gekommen, um einen Blick darauf zu werfen, wie wir das Potenzial unserer öffentlich-rechtlichen Sender stärken und dabei gleichzeitig sicherstellen können, dass die Zuschauer*innen und Zuhörer*innen, die Inhalte auf den neuen Plattformen konsumieren, auf ein faires und gut funktionierendes System zurückgreifen können", so Dowden.

Überwacht wird die Einhaltung bestimmter Standards für britische TV-Sender wie Unparteilichkeit und Fairness in der Berichterstattung, die künftig auch für Streamingdienste gelten sollen, von der Ofcom. Auch Teil der Gesetzesinitiative ist den Berichten zufolge die Einführung einer Altersfreigabe für die Inhalte der Streamingdienste, wie sie bereits für TV-Sender gilt.

"Netflix unterstützt das Vorhaben der Regierung, die Regluarien ins digitale Zeitalter zu überführen", zitiert "Deadline.com" eine Person aus dem Umfeld des Streamers.

Netflix, Disney+ und Amazon Prime Video verfügen in Großbritannien nach Angaben des Broadcasters' Audience Research Board zusammen über knapp 30 Mio. Abonnenten.