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Corona-Hilfen des Bundes kommen nicht recht an

Laut dem Ifo-Institut wurde bislang nur "ein Bruchteil" der vom Bund in Zuschussprogrammen für Unternehmen bereitgestellten Coronahilfen tatsächlich abgerufen - Grund seien nicht zuletzt die strengen Anspruchsvoraussetzungen.

17.06.2021 14:25 • von Marc Mensch
Die vom Bund in Aussicht gestellten Corona-Hilfen drohen zu großen Teilen nicht anzukommen (Bild: IMAGO/Future Image)

Welche Lücke zwischen milliardenschweren Hilfsankündigungen - wie zuletzt jener zum "Sonderfonds Kulturveranstaltungen" - und der tatsächlichen Praxis klaffen kann, macht eine aktuelle Analyse des Ifo-Instituts deutlich. Demnach seien von den 150 Milliarden Euro, die die Bundesregierung für Unternehmen als Corona-Hilfen in Zuschussprogrammen bereitgestellt hatte, bislang gerade einmal 24 Prozent tatsächlich abgerufen worden.

Für die Soforthilfen des Bundes etwa wurden 50 Milliarden Euro veranschlagt, laut Ifo wurde weniger als ein Drittel davon in Anspruch genommen. Vor allem bei den anschließenden Überbrückungshilfen lagen die ausgezahlten Gelder teils massiv unter den vorab veranschlagten Summen: Bei der Überbrückungshilfe I waren es dem Ifo-Institut zufolge gerade einmal sechs (!) Prozent, bei der Überbrückungshilfe II rund zehn Prozent, bei der Überbrückungshilfe III aber immerhin gut 28 Prozent. Von den Novemberhilfen seien demnach 56 Prozent der verfügbaren Mittel ausgezahlt worden, von den Dezemberhilfen 33 Prozent. Die staatliche KfW-Bank habe aus ihrem Sonderprogramm bisher 46 Milliarden Euro zugesagt.

Selina Schulze-Spüntrup, Forscherin am Ifo-Institut, fasste den Stand gegenüber der dpa wie folgt zusammen: "Nur ein Bruchteil der veranschlagten Hilfsmittel wurde an die von der Corona-Pandemie betroffenen Unternehmen ausgezahlt. Das hat auch damit zu tun, dass die Anspruchsvoraussetzungen zum Teil recht streng gefasst wurden, um Missbrauch auszuschließen."