Kino

NBCUniversal-CEO: "PVoD ist für ein Filmstudio sehr profitabel"

Auf einer Konferenz machte NBCUniversal-CEO Jeff Shell ein paar Bemerkungen zum Thema Premium Video on Demand und deutete an, dass diese Vermarktungsform als Erfolg gewertet werden könne.

15.06.2021 14:06 • von Jörg Rumbucher
Start zeitgleich in den US-Kinos und auf Peacock: "Boss baby 2" (Bild: Universal)

Wie zuvor sein Berufskollege Bob Chapek von Disney (wir berichteten) war auch NBCUniversal-CEO Jeff Shell bei einer von Credit Suisse veranstalteten, virtuellen Konferenz am 14. Juni präsent. Zu seinen Ausführungen zählte auch eine Einschätzung der Premium Video on Demand-Distribution. Dies deswegen, weil bis heute nicht so ganz klar ist, wie relevant diese Art der transaktionalen Vermarktung tatsächlich ist. Auch Shell gab keine konkreten Zahlen zum Besten, sagte aber, dass PVoD während der Pandemie als Erfolg bezeichnet werden müsse. Anfänglich, so Shell sei man besorgt gewesen, dass PVoD Einnahmen andere transaktional-basierte Vermarktungen kannibalisieren werde: Namentlich DVD/Blu-ray und EST. Zumindest gebe es Anzeichen, dass PVoD die DVD/Blu-ray und EST-Umsätze nicht wesentlich abgeschöpft habe. Dies gelte auch für die Kinoauswertung.

"Wir stoßen auf einen neuen Markt für die große Mehrheit der Leute, die PVoD nutzen. PVoD ist für ein Filmstudio sehr profitabel", so Shell. In vielerlei Hinsicht sei PVoD eine zusätzliche Einnahmequelle, die Kino- und Home Entertainment-Vermarktung nicht sehr beeinträchtigen werde.

Darüber hinaus äußerte sich Shell auch zum Start der Animationskomödie "Boss Baby - Schluss mit Kindergarten", die in den USA zeitgleich zum Kino-Release am 2. Juli (dt. Kinostart: 21. Oktober) auf dem NBCUniversal-Dienst Peacock zu sehen sein wird. Das Studio habe sich zu diesem Experiment entschieden, weil es die Chancen beschleunige, den Film finanziell erfolgreich zu machen.

Vorerst sei der Blick jedoch auf "Fast & Furious 9" gerichtet. Shell zufolge der "wirklich der erste große Blockbuster nach der Pandemie". Der neunte Teil des Franchises wird in den USA ab dem 25. Juni zu sehen sein.

Da FF9 voraussichtlich mehr als 50 Mio. Dollar US-Boxoffice erwirtschaften wird, beträgt das Kinofenster 31 Tage. Theoretisch könnte Universal den Actionfilm nach 17 Tagen in die PVoD-Vermarktung schicken, allerdings nur, wenn das Ergebnis unter 50 Mio. Dollar liegen würde.