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SCREENFORCE DAYS: Discoverys Glaube an Koexistenz

Discovery-CEO David Zaslav gilt als Macher des baldigen Streaming-Riesen mit WarnerMedia. Die Discovery-Geschäftsführerin GSA & BNLX, Susanne Aigner, glaubt auf den Screenforce Days indes klar an das Zusammenspiel aus linearem und non-linearem Angebot.

14.06.2021 21:16 • von Michael Müller
Die Geschäftsführerin GSA & BNLX: Susanne Aigner (Bild: Discovery)

Im eleganten Camero-Sportwagen ist die Geschäftsführerin Discovery GSA & BNLX, Susanne Aigner, am Montag auf die Bühne zur Präsentation des eigenen Programms bei den Screenforce Days eingeschwebt. Sie sprach über die Programm-Highlights des Herbstes, wie Tele 5 in das Senderportfolio von Discovery passt und dass sie an die Koexistenz von linearen und non-linearen Inhalten glaubt.

"Wir haben ein spannendes Jahr hinter uns und mit Tele 5 einen Zuwachs in unserer Senderfamilie bekommen. Neben unseren bekannten und beliebten Factual-Entertainment-Marken DMAX, TLC, Home & Garden TV und unseren Sportsendern Eurosport haben wir jetzt zum ersten Mal Fiction im Portfolio", sagte Aigner, die sich über das neue Senderfamilien-Gesicht Oliver Kalkofe als Host des Screenings freute.

Es gebe kaum eine Marke, bei der die Bindung zwischen Sender und Zuschauern so eng sei wie bei Tele 5, schwärmte Aigner. Das sehe man vor allem in den Sozialen Medien und ganz besonders bei der von Kalkofe betreuten SchleFaZ-Familie. "Es wird ganz viele neuen SchleFaZ-Content geben und ab August den Kalk-Freitag. Das spielt auch in unsere generelle Ausrichtung, dass wir für alle unsere Sender viele lokale Eigenproduktionen mit starken Charakteren machen wollen." Das klingt jetzt eher nach mehr Oliver-Kalkofe-Inhalten, als dass das bei Tele 5 unter Leonine noch der Fall war.

Gerade weil es in den USA jetzt die Fusion zwischen Discovery und WarnerMedia zu einem Streaming-Riesen gibt, könnte man damit auch eine Signal-Wirkung im deutschsprachigen Raum erwarten, zumal Discovery zusammen mit ProSiebenSat1 auch die Plattform Joyn betreibt. Zu diesem Themenkomplex sagte Aigner: "Wir sind schon seit vielen Jahren als Multiplattformen-Anbieter unterwegs. Wir haben unsere Inhalte im Pay-TV, im Free-TV und eben auch im digitalen Bereich. Es ist richtig, dass Discovery weltweit den Streamingdienst Discovery+ Anfang des Jahres gestartet hat. Das hat den Hintergrund, dass wir glauben, dass die linearen Inhalte und die non-lineare Welt wunderbar parallel und nebeneinander existieren können. Insgesamt glauben wir aber schon noch sehr an die lineare Kraft des Fernsehens."

Discovery sei auf allen Plattformen unterwegs, weil auch die Zuschauer auf allen Plattformen unterwegs seien. Es gebe unterschiedliche Zuschauergruppen und Bedürfnisse. "Wir glauben an eine Koexistenz und nicht an ein Entweder-Oder", hielt Aigner fest und verwies auf den aktuellen Digitalisierungsbericht. "Man glaubt ja immer, dass die jüngeren Zuschauer kein Fernsehen mehr schauen würden. Ja, sie schauen weniger, aber beispielsweise sind es nur zehn Prozent der 14- bis 29-Jährigen, die ausschließlich non-linear schauen, der Rest hat eine Mischnutzung." TV sei immer noch das Massenmedium Nummer eins, mit dem man am schnellsten hohe Reichweite aufbauen könne.

Auch Vice President Ad Sales, Markus Spangler, war auf der Bühne mitvertreten. "Wir glauben ans das Bewegtbild, gerade im Zusammenhang mit starken Marken. Tele 5 ist wirklich eine ganz starke Marke, ja eine Kultmarke. Wer kann dem schon widerstehen." Discovery sei jetzt auch in der Lage, aus einer Hand den Partnern Zielgruppen-affine Pakete für alle Genres und Umfelder zu stricken. "In der Kombination, was wir noch zukünftig in das Programm investieren, bin ich ganz sicher, dass unser Fußabdruck im deutschen TV noch ein ganzes Stück größer wird", sagte Spangler.

Discovery freue sich ganz besonders auf die Olympischen Spiele in Tokio mit einem neuen Sendekonzept, bei dem man nichts mehr verpasse. "Man sieht jede einzelne Medaille von jedem deutschen Athleten und jeder deutschen Athletin", erklärte Spangler. Zum Eurosport-Expertenkreis zählt dieses Mal der ehemalige Weltklasse-Turner Fabian Hambüchen.