TV

SCREENFORCE DAYS: "Bild"-Sender setzt auf etablierte Online-Formate

Noch vor der Bundestagswahl will die "Bild"-Zeitung ihren eigenen linearen TV-Sender auf Sendung schicken. Die Formate sind größtenteils aus dem Internet bekannt, wie sich jetzt auf den Screenforce Days zeigt.

14.06.2021 18:40 • von Michael Müller
Bild-TV-Moderator*innen Kai Weise (l.) und Patricia Platiel (Bild: Michael Hübner / nurfotos.de)

Auch die "Bild"-Zeitung und der TV- und Video-Vermarkter Visoon haben am Montag auf den Screenforce Days in Köln einen Einblick zum geplanten Programm des eigenen TV-Senders gegeben. Start soll noch vor der Bundestagswahl sein. "Bild" setzt als TV-Sender auf Live-Shows und Talksendungen, die um die Themenfelder Politik, Sport, Show und Service kreisen.

Das Vollprogramm soll durch Reportagen und Dokumentationen ergänzt werden. In Breaking-News-Lagen wird es, wie schon auf der Webseite der "Bild"-Zeitung, Schalten ins "Bild Live"-Studio geben. Die Sendung "Bild Live", die von Montag bis Freitag von 9 bis 14 Uhr läuft, soll auch den tagtäglichen Anker darstellen.

Der "Bild"-Programm-Chef Claus Strunz kommentierte: "'Bild' ist Fernsehen, das live Schlagzeilen macht." Wenn in Deutschland oder der Welt etwas passiere, das die 'Bild'-Zuschauer bewege, seien sie mit Breaking News live dabei. Dabei gleicht das Angebot den schon existierenden Netz-Formaten: Wenn Bundesliga ist, gibt es Marcel Reif oder Mehmet Scholl im Studio. Wenn am Sonntagabend um 21.45 Uhr gegen die ARD-Talksendung "Anne Will" gesendet wird, stellt der stellvertretende "Bild"-Chefredakteur Paul Ronzheimer die Fragen an Vertreter aus Politik und Fernsehen.

Der neue lineare TV-Sender soll frei und unverschlüsselt - auch in HD - über Kabel, Satellit, IPTV sowie OTT zu empfangen sein. Ziel ist zum Start eine technische Reichweite von rund 85 Prozent der deutschen TV-Haushalte. Visoon übernimmt die Werbevermarktung. Der Sendestart steht unter dem Vorbehalt der medienrechtlichen Erteilung einer Sendelizenz durch die Landesmedienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB).

"Bild" wird aus einer neuen TV-Unit in der WeltN24 GmbH produziert und verantwortet, in der Axel Springer die Fernseh-Aktivitäten für "Welt", "Bild" und N24 Doku bündelt. Verantwortliche Geschäftsführer der WeltN24 GmbH sind Frank Hoffmann als Vorsitzender für die TV-Unit sowie Claus Strunz, der in dieser Funktion auch Programmchef des Senders "Bild" ist. Claus Strunz ist außerdem Geschäftsführer TV/Video bei Axel Springer und Mitglied der "Bild"Chefredaktion. Gesamtverantwortlich für die journalistische Bereitstellung der Inhalte von "Bild live", das in der "Bild"-Redaktion entsteht, ist "Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt.