Kino

Drehbuch-Lola geht an Langfilmdebütant

Behrooz Karamizade erhält für sein Drama "Leere Netze" die Goldene Lola für das beste unverfilmte Drehbuch. Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, verlieh den Preis im Rahmen der Sommer-Berlinale.

14.06.2021 18:15 • von Heike Angermaier
Preisträger Behrooz Karamizade (Bild: VDD)

Behrooz Karamizade erhält für Leere Netze" die Goldene Lola für das beste unverfilmte Drehbuch. Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, verlieh den Preis im Rahmen der Berlinale. Karamizade, der mit dem Drama sein Langfilmdebüt geben wird, erzählt darin die Geschichte eines jungen Iraners, der als Fischer am Kaspischen Meer das Brautgeld für seine große Liebe aufbringen will. Als die Fischbeute ausbleibt, schließt er sich Stör-Wilderern an.

Die höchstdotierte Auszeichnung für Drehbuchautor*innen in Deutschland ist mit einer Prämie von 10.000 Euro verbunden sowie einer Förderung von bis zu 20.000 Euro für die Realisierung des Drehbuches. Karamizade, der auch als Kameramann und Editor tätig ist, produziert "Leere Netze" auch mit seiner Firma Living Pictures Production, die er mit Jörn Möllenkamp, Giorgi Abashishvili und Aliaksei Paluyan gründete, gemeinsam mit Basis Berlin und Arte/ZDF.

Nominiert für die Lola für das beste unverfilmte Drehbuch waren auch Emily Atef und Lars Hubrich für "Mehr denn je" bzw. "More than ever" sowie Max Gleschinski für Alaska".

"Hinter jedem künstlerischen und wirtschaftlichen Erfolg eines Spielfilms stehen nicht nur Regie, Produktion oder die Schauspielerinnen und Schauspieler, sondern zuallererst Autorinnen und Autoren mit ihren bewegenden Geschichten, die es lohnt, in Bilder umzusetzen. Die Verleihung des Deutschen Drehbuchpreises soll ihnen deshalb aller Einschränkungen zum Trotz auch in diesem Jahr Anerkennung und Ansporn zugleich sein. Gerade in diesen schwierigen Zeiten ist der Ideenreichtum der Drehbuchautorinnen und -autoren unverzichtbar für die Zukunft des deutschen Films.", so Grütters in der Pressemitteilung über die Bedeutung des Preises.

Sebastian Andrae, geschäftsführender Vorstand des VDD und Moderator der Preisverleihung erklärte: "Wenn der Autor, die Autorin ihr Handwerk verstehen, ihre Kunst beherrschen, haben die anderen Filmschaffenden alles zu tun, um ihre Vision sichtbar zu machen! Und jene, die das Geld einsammeln, das man für einen Film braucht, haben das ja auf Grundlage und unter Berufung auf ein Drehbuch getan. Sie sind dann auch angehalten, diese Vision zu schützen und jene zu schützen, deren Begabung es ist, auf weißem Papier oder Bildschirm eine Welt entstehen zu lassen - aus dem Nichts und doch aus allem, nämlich aus Begabung und Erfahrung. Können, das auch die Nominierten des diesjährigen Deutschen Drehbuchpreises in drei meisterhaften Drehbüchern unter Beweis stellten."