Kino

REVIEW: "Stowaway - Blinder Passagier"

Augenschein Film, die bereits mit "7500" bewiesen hat, dass sie cleveres Drama und Thrill auf internationalem Niveau umsetzen kann, legt nun gemeinsam mit Rise Pictures mit "Stowaway" noch eine Schippe drauf. Der Science-Fiction-Film startet hierzulande am 24. Juni im Kino und läuft anderswo auf Netflix. Hier ist unsere Besprechung.

09.06.2021 14:17 • von Heike Angermaier
Anna Kendrick als Sympathieträgerin in "Stowaway" (Bild: Wild Bunch)

Augenschein Film, die bereits mit 7500" bewiesen hat, dass sie cleveres Drama und Thrill auf internationalem Niveau umsetzen kann, legt mit Stowaway - Blinder Passagier" noch eine Schippe drauf. Gemeinsam mit der Produktion der VFX-Schmiede Rise Pictures und internationalen Partnern produzierte man vornehmlich in deutschen Studios ein Independent-Science-Fiction-Drama, dessen Effekte sich unbedingt sehen lassen können, mit einer ansprechenden Besetzung, die im Grunde aus Anna Kendrick aus den Pitch Perfect"-Filmen als Sympathieträgerin, Toni Collette als Kapitänin, Daniel Dae Kim als Wissenschaftler und Shamier Anderson als titelgebender blinder Passagier besteht. Handelt es sich doch bei Joe Pennas Film ähnlich wie bei Patrick Vollraths "7500" mit Joseph Gordon-Levitt um ein spannendes, in klaustrophobischer Atmosphäre spielendes Kammerspiel, das statt in einem Cockpit eines entführten Flugzeugs nun im All in einer Raumfähre stattfindet, die auf dem Weg zu einer mehrere Jahre dauernden Mission ist.

Penna hat sich mit dem Survivaldrama Arctic" einen Namen gemacht. Hier wird der Überlebenskampf und vor allem das daraus resultierende psychologische, moralische Drama ausgelöst durch den blinden Passagier, der der Crew buchstäblich die Luft zum Atmen nimmt. In Abgrenzung zu ähnlichen Stoffen wählt Penna eine sehr realistische, auch zeitgenössisch anmutende Optik und eine insgesamt zurückgenommene statt drastische Umsetzung. Nach einer gelungen rütteligen Startsequenz, die das Gefühl der Protagonisten in einer Blechdose zu sitzen, transportiert, und mit klaren, schönen Bildern des Weltall beendet wird, werden die Charaktere der Figuren angerissen - im lockeren, auch leicht humorigen Gespräch miteinander bzw. in Tagebucheintragungen. Die Außenwelt ist nur in kaum verständlichen Funksprüchen präsent. Die Spannung wird kräftig angezogen, als Kendricks Zoe sich zu einer höchst riskanten Weltraumkletterei bereiterklärt. Auch hier gelingen tolle Bilder außerhalb der Enge der Raumfähre. Eine gelungene, bodenständige Genre-Variation, die geschickt auch Elemente aus Big-Budget-Projekten wie "Aufbruch zum Mond" oder Gravity" aufnimmt.

Heike Angermaier