Produktion

Bären-Gewinnerin Maren Eggert: "Ich bin eine Dreikämpferin"

Die renommierte deutsche Schauspielerin Maren Eggert nimmt bei der Sommer-Berlinale den Silbernen Bären für ihre Rolle in "Ich bin dein Mensch" entgegen. Wir sprachen mit ihr über ihre Faszination für den Stoff und ihr Zusammenspiel mit Maria Schrader und Dan Stevens.

11.06.2021 12:48 • von Heike Angermaier
Maren Eggert in "Ich bin dein Mensch" (Bild: Majestic/Christine Fenzl)

Die renommierte deutsche Schauspielerin Maren Eggert nimmt bei der Sommer-Berlinale den Silbernen Bären für ihre Rolle in Ich bin dein Mensch" entgegen. Wir sprachen mit ihr über ihre Faszination für den Stoff und ihr Zusammenspiel mit Maria Schrader und Dan Stevens.

Was hat Sie am Stoff, an der Rolle der Alma besonders fasziniert?

MAREN EGGERT: Es ist eine Geschichte von humorvoller Leichtigkeit, die trotzdem den gedanklichen , beinahe philosophischen Faden nicht aus den Augen verliert. Alma ist eine erwachsene Frau mit Ecken und Kanten. Ihre eigenwillige Art macht mir Spaß.

Was war die besondere Herausforderung für Sie bei der Entwicklung der Rolle und später dem Spiel vor der Kamera?

MAREN EGGERT: Es ist eine besondere Herausforderung, einen Roboter als Partner zu haben. Auch wenn der natürlich nur gespielt ist. Aber die Begegnung mit einer Maschine wirft einen als Spielerin und als Figur sehr auf einen selbst zurück. Ich habe mich viel mit der Frage beschäftigt, wie es sein muss, eine KI so nah an sich heranzulassen.

Wie sah Ihre Zusammenarbeit, Ihr Zusammenspiel mit Maria Schrader und Dan Stevens vor und während des Drehs aus?

MAREN EGGERT: Dan und ich hatten sehr unterschiedliche Figuren zu entwickeln, wie zwei Linien im unendlichen Raum, die wir dazu bringen mussten, sich doch möglichst weit einander anzunähern, auch wenn sie sich nie berühren können. Maria hat sehr konsequent mit jedem von uns daran gearbeitet. Der nächste Schritt war dann, in den Szenen einen gemeinsamen Rhythmus zu finden, der auch wichtig war für die komödiantischen Parts.

Sie haben mehrfach mit Angela Schanelec und Claudia Garde zusammengearbeitet. Wie unterscheidet sich die Arbeit mit ihnen und Maria Schrader? Was schätzen Sie daran?

MAREN EGGERT: Bei Angela Schanelecs Arbeiten steht nicht so sehr die Psychologie einer Figur im Vordergrund und deren Motivation, sondern die Bildsprache und eine Gesamtrhythmus des Films. Ich kenne sie und auch Claudia Garde schon über 20 Jahre aus der gemeinsamen Arbeit. Mit Claudia Garde hab ich einen für mich sehr wichtigen Film am Anfang meiner Karriere gemacht, sie ist ebenso kraftvoll und konsequent wie ich jetzt Maria erlebt habe. Von Maria hab ich mich von Anfang an gemeint gefühlt und ich hatte große Lust mich von ihrer künstlerischen Naturgewalt mitreißen zu lassen.

Mit welchem Regiestil fühlen Sie sich am wohlsten?

MAREN EGGERT: Ich fühle mich mit jedem Regiestil wohl, der mich meint, und der weiß, was er will. Allerdings hat Wohlfühlen nicht immer einen berechenbaren Effekt auf das Ergebnis. :-)

Sie spielen erfolgreich auf der Bühne, fürs Fernsehen und fürs Kino. Was ist Ihnen das Liebste?

MAREN EGGERT: Die Anforderungen für Bühne, Fernsehen und Kino sind sehr unterschiedlich. Es sind sehr verschiedene Disziplinen, die sich nicht miteinander vergleichen lassen. Ich bin eine Dreikämpferin sozusagen. Es ist ein ständiger Spagat. Aber ich möchte auf nichts verzichten.

Wie ist es für Sie wieder vor Publikum spielen zu können, und den Silbernen Bären live entgegen zu nehmen?

MAREN EGGERT: Ohne das Publikum sind wir nichts. Otto Rehagel hat mal gesagt: Die Wahrheit liegt auf dem Platz. Das gilt für mich genauso. Wenn ich nicht spiele, finde ich als Schauspielerin nicht statt. Auf den echten Silbernen Bären in meiner echten Hand freue ich mich daher sehr.

Die Fragen stellte Heike Angermaier