Festival

70 Filme beim 38. Filmfest München

Das Filmfest München gab das Programm seiner 38. Ausgabe bekannt, die erstmals in neun Open-Air-Locations und in sieben Filmfest-Kinos stattfindet. Unter den 70 Langfilmen aus 29 Ländern stammen besonders viele von deutschen Kreativen und sind auch einige hochkarätige Genretitel.

07.06.2021 12:49 • von Heike Angermaier
"Tides" gehört zu den hochkarätigen Genretiteln im Programm des Filmfest München (Bild: Constantin)

Das Filmfest München zeigt in seiner 38. Ausgabe 70 Langfilme aus 29 Ländern, darunter 28 Deutschlandpremieren und 33 Weltpremieren, erstmals an neun Open-Air-Locations und in sieben Filmfest-Kinos. Neben den bereits bekanntgegebenen deutschen Weltpremieren aus den Reihen Neues Deutsches Kino (wir berichteten) und Neues Deutsches Fernsehen (wir berichteten) werden eine Reihe weiterer Titel von hochkarätigen deutschen Talenten gezeigt, etwa die spannenden Genrefilme Blood Red Sky" von Peter Thorwarth, der bei Netflix laufen wird, und der bereits mit Bayerischen Filmpreisen prämierte und bei der Berlinale präsentierte Tides" vom HFF-München-Absolventen Tim Fehlbaum und der Münchner BerghausWöbke. Ein starker, Festival- und in heimischen Kino erprobter Genre-Film ist auch Helden der Wahrscheinlichkeit" von Dänemarks Spezialisten für schwarzhumorige Stoffe, Anders Thomas Jensen. Der Film läuft in der Titeln von etablierten Kräften gewidmeten Reihe CineMasters gemeinsam mit u.a. der queeren Liebes- und Coming-of-Age-Geschichte Sommer 85" von Francois Ozon. Der passende Film zum Sommerfestival kommt ebenso wie "Limbo", das Debüt von Ben Sharrock um Asylsuchende auf einer schottischen Insel, mit der Empfehlung des Cannes-Labels. Dieser Film konkurriert in der dem Nachwuchs gewidmeten Reihe CineVision mit u.a. den Coming-of-Age-Geschichten "Le Sorelle Macaluso" der italienischen Filmemacherin Emma Dante und Mayday" der US-Filmerin Karen Cinorre.

Im Rahmen von Spotlight wird u.a. der zuvor in Annecy gezeigte Animationsfilm nach den Jugenderinnerungen von Karikaturist Manfred Deix, Rotzbub", gezeigt werden, zu deren Regisseure Marcus H gehört. Es ist einer von sechs Abschlussfilmen, die in diesem Ausnahmejahr am 10. Juli im Programm sind. Beim Kinderfilmfest wird u.a. mit "Lauras Stern" von Joya Thome die Realverfilmung einer bereits erfolgreich als Animationsfilme adaptierten Kindermarke Premiere in München feiern. Sie ist nicht die einzige deutsche Produktion im Programm fürs junge Publikum, bei dem erstmals auch eine Serie vorgestellt wird. Das Thema Musik wird wie in den Vorjahren eine Rolle spielen, mit "Aha - The Movie" von Thomas Robsahm.

Mit den diesjährigen Ehrengästen und Preisträgerinnen Franka Potente, Senta Berger, Malgorzata Szumowska und Robin Wright (wir berichteten) sind auch wieder renommierte weibliche Kreative besonders präsent, wie Festivalleiterin Diana Iljine anmerkt. Sie freut sich besonders auch in einigen der traditionellen Festivalkinos spielen zu können: "In den vergangenen Monaten mussten wir unser Festival mehrfach neu denken und immer wieder kreativ an die pandemische Situation anpassen. Das war aufgrund der sich ständig und kurzfristig ändernden Bedingungen eine Herkulesaufgabe und ich bin sehr stolz auf die Flexibilität meines Teams. In diesem Jahr bieten wir unserem Publikum sowie der Branche ein äußerst vielfältiges Open-Air-Programm mit unterhaltsamen, aber auch anspruchsvollen Filmen und tollen Gästen. Mit unseren vier Ehrengästen setzen wir einen bewusst weiblichen Schwerpunkt und freuen uns insgesamt auf ein Filmfest München, das mit gut 70 Filmen dem Publikum ein breites Spektrum des aktuellen Weltkinos bietet. Es freut mich enorm, dass wir durch die positiven Entwicklungen in den letzten Wochen nun auch einige der traditionellen Filmfestkinos in das Festival einbinden können. Gemeinsamer Filmgenuss unter freiem Himmel und in den Kinosälen - dafür steht dieses Jahr das Filmfest München."

Die Gäste werden teils live bei Talks im Gasteig dabei sein und in voraufgezeichneten Q&As.