Kino

"Es ist an der Zeit, wieder in die Offensive zu gehen"

Die weltweit größte Kinokette AMC hat sich mit einem Anteilsverkauf 230 Mio. Dollar an Investitionsmitteln gesichert, die unter anderem in die Akquise von Standorten fließen sollen - so verhandle man nicht zuletzt mit Vermietern der Mitte April aufgegebenen Arclight Cinemas.

01.06.2021 15:06 • von Marc Mensch
AMC steht in Verhandlungen über die attraktivsten Standorte von Arclight Cinemas und Pacific Theatres (Bild: IMAGO/Zuma Wire)

Dass sich ein Retter zumindest für die prominentesten Standorte der aufgegebenen Arclight Cinemas und Pacific Theatres (darunter vor allem das Hollywood Arclight mit dem einzigartigen Cinerama-Dome am Sunset Boulevard) finden würde, darauf hatte man im Grunde setzen können. Dass der Retter womöglich eine Kette sein wird, die während der Pandemie selbst kurz vor der Insolvenz stand und über deren angeblichen Verkauf an Amazon von Medien weltweit ohne irgendwelche halbwegs belastbaren Quellen spekuliert hatten, stand hingegen vielleicht weniger zu erwarten.

Aber AMC, deren Börsenkurs zuletzt erneut massiv von sogenannten Reddit-Tradern profitierte (vor dem Wochenende stand er bei über 26 Dollar, nachdem er im Lauf der Pandemie auf unter zwei Dollar gefallen war), nachdem sich der einstige Mehrheitseigentümer Wanda Mitte des Monats von nahezu allen restlichen Anteilen getrennt hat, ist wieder auf Einkaufstour.

Laut einer Unternehmensmitteilung werde man 8,5 Mio. Anteile an Mudrick Capital Management verkaufen und so 230,5 Mio. Dollar an liquiden Mitteln generieren, die man primär für Akquisen, Investitionen in bestehende Standorte und auch Entschuldung stecken werde. Und bei diesen Akquisen hat man bereits sehr konkrete Vorstellungen:

"Angesichts unserer Größe und Erfahrung und unserem Streben nach Innovation und Spitzenleistungen, stehen AMC höchst attraktive Gelegenheiten zur Übernahme von Kinos offen. Wir stehen zum Beispiel in Gesprächen mit mehreren Vermietern von herausragenden Standorten, die zuvor von Arclight Cinemas und Pacific Theatres betrieben wurden", so AMC-CEO Adam Aron. Mit den nun zur Verfügung stehenden Mitteln sei man in der Lage, beim Bemühen um die attraktivsten Standorte sehr entschieden vorzugehen. "Mit der erhöhten Liquidität, einer zunehmend geimpften Bevölkerung und den bevorstehenden Starts zahlreicher neuer Blockbuster im Rücken, ist es an der Zeit für AMC, wieder in die Offensive zu gehen."

Aron hob dabei nicht zuletzt hervor, wie positiv sich die neue Verteilung der Anteile auf die Handlungsfähigkeit der Kette auswirke. Der Verkauf an Mudrick repräsentiere weniger als 1,7 Prozent der Anteile.