Kino

Verbände streben bundesweite Kinoöffnungen zum 1. Juli an

In einer gemeinsamen Mitteilung haben die fünf Kino- und Verleihverbände an die Bundesländer appelliert, bundesweite Öffnungen unter wirtschaftlichen Bedingungen zum 1. Juli zu ermöglichen, wozu vor allem zähle, Masken am Platz nicht zur Pflicht zu machen. Hinsichtlich des Prozederes verweist man nicht zuletzt auf positive Beispiele aus den Nachbarländern.

21.05.2021 10:01 • von Marc Mensch
Mit dem Beginn des zweiten Halbjahres soll es in Deutschland wieder flächendeckend Kino geben (Bild: IMAGO/Arnulf Hettrich)

Selbstverständlich schließt diese Erklärung weitere Kinoöffnungen im ersten Halbjahr nicht aus, zumal diverse Verleiher noch in dieser Woche Neustarts auf Ende Juni terminiert hatten. Aber im Sinne einer tatsächlich verlässlichen, bundesweiten Öffnung unter realistischen (sprich: wirtschaftlichen) Bedingungen haben sich die fünf Verbände HDF Kino, AG Kino-Gilde, Bundesverband kommunale Filmarbeit, VdF und AG Verleih gemeinsam dafür ausgesprochen, unabhängig vom Flickenteppich unterschiedlicher Öffnungsdaten und Auflagen in den einzelnen Bundesländern eine Wiedereröffnung zum 1. Juli anzustreben.

Damit einher geht der Appell an die Bundesländer, eine Öffnung der Kinos zu diesem Zeitpunkt zu ermöglichen (was angesichts der aktuellen Entwicklung des Infektionsgeschehens das geringste Problem sein sollte, Anm.d.Red.) und den entsprechenden Termin auch frühzeitig zu kommunizieren. Aktuell sehen zwar diverse Länderverordnungen die Möglichkeit von Kinoöffnungen vor, allerdings sind diese stets inzidenzgebunden und anders als 2020 nicht mit einem klaren Datum versehen. Zudem sind die Auflagen extrem hoch, wobei in den nächsten Wochen zunehmend Anpassungen der Verordnungen für Szenarien mit Inzidenzen unter 50 oder sogar 35 zu erwarten sind - potenziell mit entsprechenden Lockerungen.

Wie die Verbände naturgemäß betonen, ist die Frage nach den Bedingungen für die Öffnung für die Kinos ebenso bedeutend wie der Termin selbst. Einig seien sich die Verbände deshalb auch darin, dass die Öffnung Auflagen mit Augenmaß voraussetzt: Dazu zähle, dass es keine Maskenpflicht am Platz geben dürfe. Mit Verweis auf erprobte Hygiene- und Sicherheitskonzepte der Branche plädieren die Verbände dafür, den Kinos auch diesbezüglich schnellstmöglich eine konkrete Planungsperspektive zu verschaffen. Nur so ließen sich die enormen Schäden und die nach wie vor anhaltende wirtschaftliche Bedrohung der Kinowirtschaft abmildern.

Betont wird in diesem Kontext vor allem auch die Bedeutung der Planbarkeit: "Als national funktionierender Markt ist es für die Kinowirtschaft entscheidend, dass sich die Bundesländer auf einen möglichst einheitlichen und belastbaren Termin verständigen. Nur wenn alle Kinos bundesweit die Chance haben, zeitnah gemeinsam zu öffnen, können Verleiher überhaupt neue Filme starten und den Filmtheatern damit ihre wirtschaftliche Grundlage zurückbringen", heißt es in der Erklärung. Verwiesen wird dabei nicht zuletzt auf positive Beispiele bei den europäischen Nachbarn: So waren die in dieser Woche vollzogenen Kinoöffnungen in Österreich und Frankreich Wochen im Voraus kommuniziert worden (in Großbritannien sogar noch frühzeitiger) - und Frankreich hat mit dem 30. Juni bereits den Tag gesetzt, an dem Kinos wieder unter Vollauslastung spielen können sollen.

An attraktivem Programm würde es zum 1. Juli und in den Wochen danach jedenfalls in keiner Weise mangeln, diesbezüglich sei auch auf unsere lückenlosen Berichte zu den Tradeshows des virtuellen Filmtheaterkongresses verwiesen, laufend aktualisierte Startlisten finden Sie ohnehin hier bei uns.